Corona-Impfungen

Frau aus Hofgeismar soll für Corona-Impfung über 200 Kilometer weit fahren

Eine Person in einem Pullover sticht mit einer Spritze mit langer Nadel in die linke Schulter einer anderen Person.
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Corona-Impfung: Frau soll (Symbolfoto)

Viele hoffen auf einen baldigen Termin für die Corona-Impfung. Eine 81-jährige Frau sollte dafür jetzt über 200 Kilometer weit fahren.

Hofgeismar – Als die 81-jährige Karin Fischer aus Hofgeismar telefonisch ihre beiden Impftermine gegen das Coronavirus genannt bekam, war sie zunächst glücklich. Dann folgte aber sogleich die Ernüchterung: Sie solle dafür in die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden kommen.

Als sie sagte, dass sie dort nicht hinfahren könne, hieß es, dass sie dann wieder abgemeldet werden müsse. „Das ist schon eine Enttäuschung“, sagt die 81-Jährige.

Corona-Impfung: Frau erhielt den Termin per Rückruf

Wie die meisten über 80-Jährigen habe Fischer zunächst telefonisch versucht, einen Impftermin zu bekommen. Durchgekommen sei sie allerdings wie viele andere Menschen (wir berichteten) nicht. Ihre Termine erhielt sie dann durch einen Rückruf.

Das ist ein Fehler, der sich systemisch nicht erklären lässt.

Michael Schaich, Pressesprecher Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

Corona-Impfung: Ähnlicher Fehler trat bereits bei nordhessischem Ehepaar auf

Doch weshalb hätte Karin Fischer überhaupt nach Wiesbaden zum Impfen kommen sollen, wenn es doch mit dem Kasseler Impfzentrum eines direkt in der Nähe von Hofgeismar gibt?

„Das ist ein Fehler, der sich systemisch nicht erklären lässt“, sagt Michael Schaich, Pressesprecher des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport auf Anfrage unserer Zeitung. „Natürlich liegt das nicht in unserem Interesse und in dem der Dame“, sagt Schaich.

Fehler bei Impf-Termin kein Einzelfall: Ein Mann aus Kassel sollte vor kurzem nach Darmstadt fahren

Kurios dabei: Einen ähnlichen Fehler hat es laut Pressesprecher bereits vor Kurzem schon einmal gegeben. Da habe es ein Ehepaar betroffen, das ebenfalls aus Nordhessen kommt.

In diesem Fall habe die Dame korrekterweise einen Termin in dem Kasseler Impfzentrum bekommen, der Mann allerdings in Darmstadt.

Corona-Impfung: Umbuchungen sind nur durch jeweilige Kommune möglich

Gelöst worden sei das Problem dadurch, dass dem Innenministerium die Adresse des Ehepaars weitergegeben und der Termin des Mannes auf das Kasseler Impfzentrum umgebucht worden sei, wie Schaich erklärt. Die Umbuchung habe dabei allerdings nur die Stadt Kassel vornehmen können, da sie die Kommune ist, in der das Impfzentrum liegt.

Wie genau diese Fehler zustande gekommen sind, kann sich das Innenministerium laut Pressesprecher Michael Schaich nicht erklären. Die einzige Möglichkeit sieht er darin, dass der Mitarbeiter bei der telefonischen Anmeldung Karin Fischers Wohnort falsch verstanden und daher das Impfzentrum falsch zugeordnet hat.

Corona-Impfung: Termin der Frau aus Hofgeismar soll jetzt umgebucht werden

Einen früheren Bezug zu der hessischen Landeshauptstadt hat Karin Fischer jedenfalls nicht, wie sie gegenüber unserer Zeitung erklärt. Weder komme sie aus Wiesbaden, noch habe sie jemals dort gewohnt.

Gebürtig stammt die 81-Jährige aus Bad Karlshafen. Mit Wohnsitzen in Immenhausen, Beberbeck und Hofgeismar hat sie seitdem ihr gesamtes Leben in Nordhessen verbracht.

Termin zur Corona-Impfung: Frau hofft auf einen Termin in Calden

Laut Michael Schaich wird das Innenministerium nun Kontakt zu Karin Fischer aufnehmen, um den Termin umbuchen zu lassen.

Die 81-Jährige selbst hofft, in dem Caldener Impfzentrum geimpft zu werden, sobald dieses öffnet. Ihre weiteren Versuche, telefonisch oder im Internet einen neuen Termin zu bekommen, blieben zuvor noch erfolglos.

Sollte nun alles reibungslos funktionieren, muss sie sich ab jetzt nicht weiter selbst um einen Impftermin bemühen. (Jan Trieselmann)

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