Corona-Impfungen

Kein Durchkommen: Senioren schildern Erfahrungen beim Anmelden für Impfungen

Ein Herr und eine Dame höheren Alters sitzen mit Mund-Nasen-Bedeckungen an einem Tisch, der Herr mit Telefon am Ohr.
+
Telefonisch nicht zu erreichen: Christian und Rosa Otto aus Hofgeismar (beide 82) versuchen bereits seit Dienstag, beim Anmeldeservice einen Impftermin gegen das Coronavirus zu erhalten – bislang ohne Erfolg.

Belegte Telefonleitungen und abgebrochene Verbindungen im Internet: Die Vergabe für die Impftermine gegen Corona führt im Kreisteil Hofgeismar weiter zu Ärger und Enttäuschung.

Kreisteil Hofgeismar – „Die Organisation ist einfach unangemessen“, sagt der Hofgeismarer Christian Otto. Der 82-Jährige und seine Frau Rosa zählen zu der zum Impfen berechtigten Personengruppe der über 80-Jährigen.

Sie wurden am Montag per Post benachrichtigt, dass die Terminvereinbarung ab Dienstag, 8 Uhr, möglich sei. Geschehen könne das über zwei Telefonnummern oder ein Formular auf einer Internetseite.

Dass die Telefonleitungen zum Start der Terminvergaben erst einmal überlastet sein würden, dafür hätten Christian und Rosa Otto Verständnis. Allerdings habe sich diese Situation bis Stand Mittwochnachmittag nicht gebessert, wie sie berichten. „Am Morgen hatten wir einen Rückruf erhalten, dass zurzeit kein Termin vergeben werden könne“, sagt Christian Otto.

Impfbereitschaft ist trotz Problemen weiter vorhanden

Dabei seien er und seine Frau auch gern dazu bereit, mit dem Impfen noch etwas zu warten. „Aber es wäre schön, zumindest schon einmal eine Information zu haben, wann das überhaupt sein wird“, sagt Christian Otto.

Das größte Problem für ihn sei daher die derzeitige Ungewissheit. Unverständlich finde er darüber hinaus, dass den Impfberechtigten in den Schreiben des Landes Hessen gar keine konkreten Impftermine vorgeschlagen wurden.

Das hätte den organisatorischen Aufwand für das Land deutlich verringert, so Christian Otto. „Diejenigen, denen der Termin dann nicht gepasst hätte, hätten sich dann immer noch melden und einen anderen vereinbaren können“, sagt er.

Trotz allen Ärgers werde der 82-Jährige weiterhin sein Glück versuchen, denn das Impfen selbst befürworte er ausdrücklich.

Bessere und transparentere Organisation erwünscht

Ähnlich sieht es auch Bernd Engelbrecht aus Hofgeismar, der einen Impftermin für seine Mutter organisieren müsse. Am Dienstagabend habe er sich in einem Internetformular einen Termin mitsamt Uhrzeit aussuchen können.

Zurzeit ist es wie ein Schweinerennen um die Termine. Dabei hätte die Vergabe viel geordneter ablaufen können.

Bernd Engelbrecht

Als er das jedoch fertig ausgefüllt hatte, sei er darüber informiert worden, dass alle Termine bereits vergeben seien und er es in ein paar Tagen noch einmal versuchen solle. Auch telefonisch sei er nicht erfolgreich gewesen. Dort habe man ihm lediglich mitgeteilt, dass „in meinem Landkreis alle Leitungen belegt sind“, wie er sagt.

„Zurzeit ist es wie ein Schweinerennen um die Termine. Dabei hätte die Vergabe viel geordneter ablaufen können“, sagt Engelbrecht. Neben der Einstufung nach dem Alter der zu impfenden Menschen hätte das Land die Termine zusätzlich nach Wohnorten gruppieren können, wie er sagt.

Das hätte die Vorgänge bei der Terminvergabe zudem transparenter gemacht und würde die einzelnen Menschen nicht im Unklaren darüber lassen, weshalb sie noch keinen Impftermin erhalten haben.

Probleme treten nicht nur in Einzelfällen auf

Telefonisch bisher niemanden erreicht und im Internet lediglich die überlastete Webseite angetroffen hat auch der 80-jährige Klaus Rabe aus Niedermeiser, der sein Informationsschreiben vom Land Hessen am Dienstagmorgen erhalten hatte.

Auch in seinem gesamten Bekanntenkreis bestehe dieses Problem. Er bemängelt außerdem, dass für ihn das Kasseler Impfzentrum für eine Fahrt mit dem Auto zu weit entfernt sei. „Ich hoffe, in das Caldener Impfzentrum gehen zu können, sobald das möglich ist“, sagt Rabe. (Jan Trieselmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.