Coronavirus in Kassel

Viele Stornierungen - Reisebranche leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie

+
Die Reisebüros im Flughafenterminal in Calden haben wegen der Corona-Krise geschlossen. Die fehlenden Einnahmen treffen die Reisebranche hart.

Weltweite Reisewarnungen und Ausgangssperren. Viele Bereiche sind von der Corona-Krise betroffen. Auch in Kassel ist es besonders die Reisebranche, die zu kämpfen hat.

  • Wegen Corona: Gestrichene Flüge, weltweite Reisewarnungen und Ausgangssperren
  • Reisebranche in Kassel kämpft besonders wegen dem Virus
  • Die neuesten Entwicklungen zum Coronavirus im Kreis Kassel im News-Ticker

Kreis Kassel - „Wir sind die Spitze des Eisbergs“, sagt Dennis Krausgrill, der eine Reiseagentur in Immenhausen betreibt. Ihn erreichen derzeit ausschließlich Stornierungsanfragen – buchen möchte niemand mehr. Seit Montagmittag ist sein Reisebüro bis auf Weiteres geschlossen. Für seine Kunden ist Krausgrill weiterhin telefonisch und per E-Mail erreichbar – vor allem für die, die derzeit noch im Ausland feststecken.

Reiseveranstalter und Reisebüros haben im Moment „einen extremen Mehraufwand“ und so gut wie keine Einnahmen, sagt Krausgrill. „Es ist so, dass durch die Stornierungen aufgrund des Coronavirus die Provisionen für uns wegfallen“, sagt Krausgrill. An einer Umbuchung hätten bei ihm die wenigsten Interesse. „Die Kunden wollen eine klare Linie. Sie machen sich gerade keine Gedanken darüber, wann sie alternativ verreisen wollen“, schildert er.

Corona in Kassel: Personal reduzieren und Kurzarbeit beantragen

„Außer Stornierungen machen wir im Moment nichts anderes“, sagt auch Christian Henkel vom Reisebüro „Urlaub ab Kassel Airport“. Die jetzige Situation, die Ausfälle durch Corona - für Reisebüros „eine existenzielle Krise“. Weil die Einnahmen wegbrechen, musste er bereits Personal reduzieren und Kurzarbeit beantragen. „Es gibt sicherlich noch Spielraum, um Kleinunternehmern zu helfen“, sagt Henkel mit Blick auf eine Unterstützung von staatlicher Seite. Ein Soforthilfeprogramm wie in Bayern würde er begrüßen: Damit könne man die ersten Monate überbrücken und dann weitersehen.

„Viele kleine Reisebüros haben keine finanziellen Polster und plötzlich keine Einnahmen mehr“, sagt Michael Siegl, Koordinator des Reisebüroverbunds Region Kassel. Der Staat müsse jetzt einspringen, weil es um Tausende Existenzen gehe und ein ganzer Wirtschaftszweig wegbrechen könne. „Die Beratungsfülle, die man jetzt kennt, wird nicht mehr existieren, wenn man jetzt nichts macht“, warnt Siegl. In der Reisebranche würden viele kleine Räder ineinandergreifen: von den Reisebüros vor Ort, über Veranstalter, Airlines und Hotels. Daher bestehe die Gefahr, dass jetzt Strukturen wegbrechen und Urlaub, wie man ihn jetzt kenne, nicht mehr möglich sei.

Coronavirus in Kassel: Urlauber werden bei Änderungen rechtzeitig informiert

„Wir haben alle Reisen bis Ende April abgesagt“, sagt Touristikleiter Arne Wolfram von Frölich-Reisen aus Hessisch Lichtenau. Man beobachte, wie sich die Situation entwickele. „Wenn es so bleibt wie jetzt oder sich die Situation verschlechtert, werden wir weitere Reisen absagen müssen“, sagt Wolfram. Eine langzeitige Prognose zu den Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus sei jedoch schwierig. „Viele besorgte Kunden rufen uns an – sogar für Reisen im August und September“, erzählt Wolfram. Wichtig sei es Ruhe zu bewahren und die Situation objektiv zu beurteilen. Bei Änderungen würden Urlauber rechtzeitig informiert.

Als traditionsreiches Unternehmen mit einem starken Busbetrieb sei der Reiseveranstalter finanziell sehr stabil, sagt Wolfram. Man werde die Auswirkungen aber dennoch merken.

Mit finanziellen Einbußen rechnet auch der Kassel Airport. „Wie hoch diese sein werden, wird von den Entwicklungen im internationalen Luftverkehr in den nächsten Monaten abhängen“, sagt Pressesprecherin Natascha Zemmin. Eine konkrete Beurteilung dazu sei erst in der zweiten Jahreshälfte möglich.

Nach derCorona-Pause starten am Flughafen Kassel/Calden nun wieder die ersten Flugzeuge Richtung Süden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.