Gastronomen in der Pflicht

Coronalisten: Wirte müssen für richtige Daten sorgen

Viktor Seider
+
Viktor Seider, Inhaber des Hotels Viktorosa/Ess-Bar

Besucher von heimischen Gastronomiebetrieben, die auf Corona-Besucherlisten falsche Angaben zu ihrer Person machen, müssen künftig mit einem Bußgeld rechnen.

Hofgeismar – Auch die Gastronomen im Kreisteil Hofgeismar müssen für richtige und vollständige Gästedaten die Verantwortung übernehmen, sagt Kreissprecher Andreas Bernhard. Viktor Seider, Inhaber des Hotel Viktorosa und Ess-Bar in Hofgeismar, hat mit Verweigerern und Datenfälschern schon seine Erfahrungen gemacht: „Es kommt schon mal vor, dass Leute falsche Angaben machen oder sich sogar weigern, ihre Daten anzugeben.“ Seider hat da eine klare Linie: „Wir nehmen die Listen sehr ernst. Verweigerer dürfen gleich wieder gehen.“

Bei fehlenden oder offensichtlich falschen Angaben – wie dem Namen Donald Duck – ist es die Aufgabe des Gastronomen, den Gast um eine Vervollständigung oder Berichtigung zu bitten. Komme der Gast dem nicht nach, sollte der Gastronom von seinem Hausrecht Gebrauch machen, ergänzt Kreissprecher Bernhard. Er erklärt: „Gastronomen, die ihrer Pflicht zur Datenerfassung nicht nachkommen, drohen nach derzeitiger Rechtslage Bußgelder von bis zu 1000 Euro.“

Landkreis appelliert an Vernunft der Bürger

Der Landkreis appelliert an die Bürger, korrekte Angaben zu Name, Adresse und Telefonnummer zu machen, sagt Bernhard. Die Daten dienten ausschließlich der Nachverfolgung von Infektionswegen durch die Gesundheitsämter.

Für falsche Angaben von Gästen hat das Land Hessen, anders als andere Bundesländer, bisher noch kein Bußgeld festgelegt. In anderen Bundesländern bewegt sich die Höhe der Bußgelder bereits zwischen 250 und 500 Euro.

Neben Falscheinträgen und Verweigerern stehen regionale Gastronomen außerdem teilweise vor einem Platzproblem. Aufgrund der kalten Jahreszeit müssen viele auf Außenbestuhlung und somit auf die Vorteile von Frischluft und weiteren Plätzen verzichten. Der Landkreis kündigte an, Wirte mit einem Vorschlagspaket bei der Außengastronomie im Winter zu unterstützen. (Laura Ruth)

Kontaktpersonen trotz Falschangaben finden

Es gibt für Gesundheitsämter die Möglichkeit, unvollständige Angaben mithilfe von Einwohnermeldedaten zu vervollständigen oder auch Tischnachbarn zu befragen. Das führe jedoch nicht immer zum Erfolg. Außerdem bedeute das einen großen zeitlichen und personellen Aufwand für die stark belasteten Ämter, sagt Kreissprecher Andreas Bernhard. Die Ermittlung von Kontaktpersonen werde zeitlich verzögert oder gar unmöglich gemacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.