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Das Diakonische Werk in Hofgeismar berät Menschen bei Wohnungsnot

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Von: Bernd Schünemann

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Die Beratungsstelle des Diakonischen Werks und der Tagestreff Kanapee in Hofgeismar
Das Kanapee am Bahnhof: Die Beratungsstelle des Diakonischen Werks und der Tagestreff befinden sich im Haus Poppenhäuser Weg 3 in Hofgeismar.  © Schröder, Josefin

Der Bedarf an Wohnraum wächst. Etwa 250 Menschen beraten die Mitarbeiter des Wohlfahrtverbands jährlich. Gemeinsam suchen sie mit Betroffenen nach Lösungen.

Kreis Kassel – Wohnungsnot ist auch im ländlichen Raum ein Thema. Das sagt Martin Schenker, Leiter der Wohnungsnotfallhilfe beim Diakonischen Werk Region Kassel. Etwa 250 Menschen jährlich kämen in ihrer Not zu den Beratungsstellen der Fachberatung Wohnen. Dabei stellten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kreisteil Hofgeismar den größten Bedarf fest: 121 Hilfesuchende kamen aus den nördlichen Teil des Landkreises. Im Poppenhäuser Weg 3 in Hofgeismar hat die Fachberatung ihren Sitz. Dort betreibt sie auch das „Kanapee“, einen Tagestreff für Menschen, die Wohnungsprobleme haben.

Martin Schenker Diakonisches Werk
Martin Schenker Diakonisches Werk © Bastian Ludwig/archiv

In Kassel sei das Problem deutlich größer. Im Kreis entspanne sich die Lage nicht, erklärte Schenker. Im Gegenteil: Er und seine Mitarbeiter erwarten eine Verschärfung. Insgesamt erfolgten rund 3000 Beratungen im Jahr. Schenker geht davon aus, dass viele Menschen in die Stadt Kassel gehen. Sonst wäre die Zahl der Wohnungssuchenden im Kreis bereits jetzt größer.

Für die Betroffenen ist die diakonische Einrichtung ein Rettungsanker. Meist seien es wirtschaftliche Gründe, die zum Verlust der Wohnung führen, beispielsweise durch Kündigung des Arbeitsplatzes. Die Mitarbeiter versuchten zunächst, bestehende Mietverträge zu sichern. Das mache weniger Aufwand und sei schneller umsetzbar als eine umfangreiche Suche nach einer neuen Wohnung.

Mildtätige Gesellschaft bietet Wohnraum

Die Evangelische Wohnraumhilfe verfügt über 192 Wohnungen in Stadt und Kreis Kassel: 169 in der Stadt Kassel, wo der Bedarf deutlich größer ist, und 23 im Altkreis Kassel. Sie mietet Wohnungen auf dem regionalen Wohnungsmarkt an und vergibt sie mit Untermietverträgen an Wohnungslose. Wegen der anhaltenden Nachfrage auch im Kreis sucht die mildtätige Gesellschaft in größeren Städten und Gemeinden weiteren Wohnraum, sagt Geschäftsführer Martin Schenker. (ber)

Gezielte Beratung und ein Schlafplatz für den Notfall

Vor 25 Jahren wurde die Fachberatung Wohnen gegründet, berichtet Schenker. Im ersten Jahr nach der Eröffnung kamen 107 hilfesuchende Menschen. Dabei wurde den Beteiligten schnell klar: „Beratung allein ist zu wenig“. Um schnell helfen zu können, müsse selbst Wohnraum angeboten werden können. Deswegen gründete das Diakonische Werk die Evangelische Wohnraumhilfe, eine mildtätige Gesellschaft mit beschränkter Haftung), die über eigene Wohnungen verfügt (Hintergrund).

Die Wohnraumberatung hatte auch Notschlafcontainer aufstellen lassen, damit sie schnell eine Unterkunft anbieten kann. Der Container soll künftig auf dem Kanapee-Gelände stehen. (Bernd Schünemann)

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