1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hofgeismar
  4. Hofgeismar

Das Tüfteln ist hier Tradition: Vorbereitungen für die Caldener Kirmes laufen

Erstellt:

Von: Natascha Terjung

Kommentare

Bauen fleißig an ihrem Wagen für den Festumzug: Carlotta König (von links), Alessia Acker, Paul Päckert, Levin Weimar und Elias Rimbach von der Jugendfeuerwehr Calden.
Bauen fleißig an ihrem Wagen für den Festumzug: Carlotta König (von links), Alessia Acker, Paul Päckert, Levin Weimar und Elias Rimbach von der Jugendfeuerwehr Calden. © Natascha Terjung

Die beliebte Caldener Kirmes findet am kommenden Wochenende statt. An den Umzugswagen wird noch fleißig gebastelt, die Themen der Wagen bleiben bis zum Kirmes Beginn geheim.

Calden – Tradition wird bei der Cällischen Kirmes groß geschrieben. So ist es auch Tradition, dass die Themen der Wagen, die beim Festumzug am Kirmessonntag schon oft für Aufsehen gesorgt haben, vorerst ein Geheimnis bleiben. Einen kleinen Einblick geben die Kirmesväter Darius Bachmann (Erster Kirmesvater), Leon Schareina und Michael Engel vor Kirmesbeginn trotzdem.

Bei der 75. Kirmes in Calden sind bisher 34 Startplätze für den Umzug vergeben worden. „Auch dieses Jahr geben wir den Wagenbauern kein Thema vor. Wir Kirmesburschen werden uns wie gewohnt mit politischen Themen der Region beschäftigen“, erklärt Schareina. Dass sich manche dabei „auf den Schlips getreten fühlen“, wie Michael Engel sagt, damit rechnen die Kirmesburschen. Aber auch das sei eben eine Tradition.

Mit selbst gebauten Wagen nehmen am Umzug nicht nur die Kirmesburschen teil, sondern auch Sportvereine, ehemalige Kirmesburschen, die Jugendfeuerwehr, der Karnevalsverein und auch Gruppen aus den umliegenden Orten.

Fünf Wochen arbeiten die Vereine an ihren Wagen für die Caldener Kirmes

Die Kirmesväter der Caldener Kirmes: (von vorne nach hinten) Leon Scharreina (Zweiter Kirmesvater), Darius Bachmann (Erster Kirmesvater) und Michael Engel (Zweiter Kirmesvater).
Die Kirmesväter der Caldener Kirmes: (von vorne nach hinten) Leon Scharreina (Zweiter Kirmesvater), Darius Bachmann (Erster Kirmesvater) und Michael Engel (Zweiter Kirmesvater). © Terjung, Natascha

Die meisten fangen etwa fünf Wochen vor der Kirmes mit dem Wagenbau an. Das ist in Calden eine ganz besondere Zeit: „In Caldens Scheunen geht’s dann heiß her“, erzählt Timo Schäfer, ehemaliger Kirmesbursche. Überall finden sich dann in Calden Menschen zusammen, die fleißig an den aufwendigen Wagen tüfteln. „Das verbindet die Leute auch“, sagt Darius Bachmann.

Dabei einen Blick auf die Themen der anderen Wagenbauer zu erhaschen, versuchen viele Teilnehmer – die Neugier ist laut Bachmann groß. „Viele sichern sich ihr Thema schon ein Jahr im Voraus.“ Auch einige Mitglieder der Caldener Jugendfeuerwehr, Carlotta König, Alessia Acker, Paul Päckert, Levin Weimar und Elias Rimbach, sind diesmal mit einem Wagen beim Festumzug dabei. Lange Zeit hat die Jugendfeuerwehr keinen eigenen mehr gebaut, der Nachwuchs war einfach zu jung. Umso stolzer sind die fünf Feuerwehrjungs- und mädchen und freuen sich schon auf den Umzug.

Bevor der aber beginnt, wird zunächst am Samstag um 8.30 Uhr traditionell die Kirmes angesprungen. Diesmal sind auch fünf „Füchse“, also Neuzugänge bei den Kirmesburschen, mit dabei. „So viel Nachwuchs hatten wir schon lange nicht mehr“, sagt Engel. Der sei wichtig, denn eine Kirmes erfordere viel Organisation und Vorbereitung.

Kirmes Programm

Die Kirmes in Calden findet am kommenden Wochenende, von Freitag bis Montag,4. bis 7. November, statt. Das Programm im Überblick:

Freitag ab 18 Uhr Kirmes-Gottesdienst.

Samstag ab 9 Uhr Ständchenspielen mit „Die Musikanten“ und „Udos Jungs“. Ab 20 Uhr Tanz in der Gaststätte Zur Wilhelmshöhe mit „SoundGeschoss“.

Sonntag ab 14 Uhr Festumzug. Ab 15.30 Uhr Festzugsausklang und Kinderkirmes unter freiem Himmel hinter dem Rathaus.

Montag ab 10 Uhr Ständchenspielen mit „Die Musikanten“. Ab 20 Uhr Kirmesausklang im Gasthaus Lampe mit Musik von Klaus Schelzig. (ter)

Mitglieder der cällischen Kirmesburschen müssen ledig sein – Eine Ausnahme davon gab es nur 1953

Die Planungen beginnen schon viele Monate zuvor. Hilfe bekommen die Caldener Kirmesburschen auch oft von ehemaligen Mitgliedern – laut den Kirmesvätern eine unverzichtbare Unterstützung. Denn Mitglieder bei den Caldener Kirmesburschen können nur ledige Männer, die mindestens 18 Jahre alt sind, werden.

In all den Jahren, in denen die Kirmes stattfand, gab es davon nur eine Ausnahme: 1953 habe es auch verheiratete Kirmesburschen gegeben. Der Grund: Es gab schlichtweg zu wenig ledige Mitglieder. Bei aller Tradition, die bei der cällischen Kirmes im Vordergrund steht und daher auch gepflegt wird, sind die Caldener aber auch offen für Neues. „Es gibt immer neue Ideen und auch kleine Änderungen“, erzählt Leon Schareina. Eine davon war, die Kinderkirmes im Freien auszurichten. Diese Veränderung sei zwar Corona geschuldet, aber die Kirmesburschen fanden die Idee so gut, dass sie es beibehalten haben. (Natascha Terjung) 2021 gab es bei der Caldener Kirmes etwas ganz Besonderes: Einen spontanen Heiratsantrag.

Auch interessant

Kommentare