Neuer Bebauungsplan soll Windräder verhindern

Dauerhafter Schutz für die Friedenseiche bei Hombressen

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Ist sogar vom Herkules aus zu sehen: Weil der Blick auf die Friedenseiche von drei Seiten völlig frei ist, gilt das Naturdenkmal auf dem 260 Meter hohen Warthübel bei Hombressen als einmalig.

Hombressen. Ein dauerhafter Schutz für die Friedenseiche rückt näher. Eine neue Bauleitplanung soll auf dem Warthübel bei Hombressen Windräder verhindern - aber nicht nur diese.

Die Hofgeismarer Stadtverordneten haben in dieser Woche mit großer Mehrheit den nächsten Verfahrensschritt für den Bebauungsplan Nr. 61 „Warthübel“ beschlossen. Nun wird das Werk offengelegt, das letztlich verhindern soll, dass rund um das Naturdenkmal bei Hombressen Windkraftanlagen entstehen.

Der Bebauungsplan deckt ein riesiges Gebiet von rund 516 Hektar westlich und nördlich von Hombressen ab. Ist der Bebauungsplan erst in Kraft, dürfen rund um die Friedenseiche weder Bäume gepflanzt noch Gebäude errichtet werden. In den äußeren Bereichen des Planungsgebiets sind zwar Bauvorhaben und Aufforstung zulässig, aber nichts, was in die Blickachsen des symbolträchtigen Naturdenkmals hineinragen würde.

Windkraftanlagen werden im Bebauungsplan zwar nicht ausdrücklich erwähnt, doch sie wären damit auf dem Warthübel ausgeschlossen. Genau das ist sogar das ausdrückliche Ziel der meisten Stadtverordneten: „Die Friedenseiche ist der Herkules in diesem Bereich“, machte Rolf Viereck (Linke) die Bedeutung des Baumes deutlich.

Wie er ist auch SPD-Fraktionschef Peter Nissen nicht grundsätzlich gegen Windkraft – aber eben nicht rund um die Friedenseiche. Nissen betonte in der kurzen Debatte noch einmal, dass Windkraftanlagen bei Hofgeismar am Heuberg konzentriert und dafür andere Bereiche freigehalten werden sollen. So sah das auch Stefan Dworak (WSD), der aber wie CDU-Chefin Waltraud Vialon die Windräder eher generell ablehnt: „Jeder Meter mehr Abstand zur Wohnbebauung ist den Kampf wert“, sagte Dworak.

Auch die FDP lehnt Windkraft generell ab, will aber kein Schutzgebiet für die Friedenseiche. Ingo von Germeten-Neutze stieß es übel auf, dass der Bebauungsplan vor allem private Eigentümer auf dem Warthübel einschränkt. Andernorts würden dann Stadt und Land von Windkraft profitieren: „Alles Geld zum Staat und für die Privaten nix“, sagte Germeten-Neutze. Die zwei Gegenstimmen der FDP können das Vorhaben aber nicht verhindern.

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