Heimische Bauern in Berlin

Mit vier Treckern bis nach Berlin: 150 Landwirte aus der Region bei Demonstration in der Hauptstadt

Dienstagmorgen, 4 Uhr: Mit zahlreichen anderen versammelten sich auch vier Landwirte aus der Region vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Später fuhren 10 000 Trecker durch die Hauptstadt.

Mit drei Bussen sind etwa 150 Landwirte aus der Region in der Hauptstadt gewesen und haben an den neuerlichen Protestaktionen teilgenommen.

Sie waren bei der Großdemo vor Kurzem in Bonn und haben auch gestern in Berlin wieder für eine andere Agrarpolitik demonstriert. 

Mit ihren Treckern hatten sich bereits am Montagmorgen um drei Uhr vier junge Landwirte auf den Weg in die Hauptstadt gemacht. „Um vier Uhr am Dienstagmorgen standen sie vor dem Brandenburger Tor“, berichtete Jörg Kramm, stellvertretender Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Kurhessen. Mit dabei waren Jörg Ledderhose (Fürstenwald), Dominik Bönning (Bad Karlshafen), Sascha Kaiser (Baunatal) und Lena Lötzerich (Martinhagen).

Es sei vor allem die Sorge um die Zukunft der Höfe, die die Landwirte umtreibt, sagt Jörg Kramm. Aufgrund der immer strenger werdenden Auflagen und Reglementierungen, die die Politik setze, zweifelten viele der Jungen und potenziellen Betriebsnachfolger, ob der familiengeführte Betrieb noch eine Zukunft habe.

Die Landwirte sperrten sich nicht gegen den Insekten- oder den Grundwasserschutz. „Wir wollen keine Verordnungen, die uns vorgesetzt werden, sondern wir wollen mitgenommen werden“, sagt Kramm. Denn schließlich seien die Landwirte die Praktiker, die mit der Natur arbeiten und die die Erfahrungen mitbringen, wie die Böden zu bearbeiten seien.

Nur allzu oft würden Landwirte erleben, wie die Bürokratie gegen die Landwirtschaft arbeite. Als Beispiel nennt Kramm den hessischen Gewässerplan, wonach Gewässerrandstreifen nicht bewirtschaftet werden, um die Gewässerökologie nicht zu beeinträchtigen. „Das sehen wir noch ein“, sagt Kramm. Aber wenn in dem Plan Gräben auftauchen, die nur ein- oder zweimal im Jahr nach Starkregenereignissen Wasser führen, dann werde hektarweise Fläche aus der Produktion genommen, ohne vernünftige Begründung. „Das ist dann eine kalte Enteignung“, sagt Kramm.

Wie schon die vorherigen werden auch die aktuellen Protestaktionen nicht vom Bauernverband, sondern von der bundesweiten Initiative „Land schafft Verbindung“ organisiert.

Gestern Abend wollten Landwirte in Grebenstein-Friedrichsthal und Westuffeln Mahnfeuer gegen die Agrarpolitik entzünden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Hofgeismar
Kommentare zu diesem Artikel