Demonstration gegen Bundeswehr auf Hessentag in Hofgeismar

Protest gegen Kriegsgerät auf dem Hessentag: Die Linke hatte zu einer Kundgebung gegen die Präsenz der Bundeswehr auf dem Landesfest aufgerufen. Foto: Zgoll

Hofgeismar. Gegen die Bundeswehr auf dem Hessentag haben am Donnerstag in Hofgeismar rund 30 Demonstranten protestiert. Aufgerufen dazu hatte die Partei Die Linke.

Hofgeismar. Gegen die Bundeswehr auf dem Hessentag haben am Donnerstag in Hofgeismar rund 30 Demonstranten protestiert, darunter auch die Landtagsabgeordneten der Linken, Marjana Schott, Willi van Ooyen und Hermann Schaus. Deren Partei hatte zu der Kundgebung aufgerufen. Auch Mitglieder des Kasseler Friedensforums hatten sich angeschlossen.

Begleitet von einer Handvoll Polizeibeamter zogen die Teilnehmer von der Bleiche bis zum Kommandozelt der Bundeswehr. Bestückt waren sie dabei mit Transparenten mit der Aufschrift „Unsere Kinder Krieg(t) ihr nicht“ und „Kein Werben fürs Sterben“.

In einem abgegrenzten Areal auf dem 6500 Quadratmeter großen Ausstellungsgelände der Bundeswehr postierten sich die Demonstranten und übergaben Oberst Helmut Scharfenberg einen offenen Brief. In dem kritisieren sie, dass die Bundeswehr Kriegsgerät zur Unterhaltung nutze. Besonders der Zugang von Kindern zu Panzern und Co. wird darin geächtet.

Das wird über den Hessentag getwittert

„Kriegsgerät ist kein Unterhaltungsangebot und erst Recht kein Spielzeug“, sagte der Versammlungsleiter und Linken-Fraktionschef Dr. Christian Knoche. Er kritisierte, dass Kinder bei der Bundeswehr-Ausstellung auf Kriegsgerät herumklettern und mit militärischem Gerät hantieren könnten. Das sei ethisch nicht akzeptabel und verstoße gegen die Schutzpflichten und Bildungsziele der UN-Kinderrechtskonvention.

Dem widersprach Oberst Scharfenberg. „Wir machen hier natürlich nur das, was wir dürfen“, sagte er gegenüber der HNA. Zwar würden Panzer ausgestellt, aber Kinder hätten keinen Zugang zu Waffen. Insofern sei ein Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention nicht gegeben.

Bei den Hessentagsbesuchern stieß die Versammlung auf wenig und dann meist kritische Resonanz. So rief ein Passant den Demonstranten zu: „Dann gehen Sie doch nach Hause, wenn es Ihnen hier nicht gefällt.“

Initiator Knoche zeigte sich dennoch zufrieden: „Wir wollen einen Diskussionsprozess in Gang bringen. Dazu haben wir unsere Meinung gesagt und werden sie auch weiterhin sagen“.

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