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Deutlich mehr Störche im Landkreis Kassel

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Von: Bernd Schünemann

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Das Storchenpaar, das auf der Nisthilfe in Vernawahlshausen brütet.
Ein Storchenpaar hat sich auch auf dem Horst am Sportplatz in Vernawahlshausen niedergelassen. Die Nisthilfe ist gut zu erkennen, weil sie auf einem Metallmast steht. © Hartmut Koch

Die Zahl der Storchenpaare im Kreis Kassel nimmt weiter zu. 14 Paare brüten zwischen Bad Karlshafen im Norden sowie Naumburg und Söhrewald im Süden.

Kreis Kassel – Rund um Kassel sind wieder drei Horste besetzt, in denen es auch 2021 Nachwuchs gegeben hatte: in Niestetal-Sandershausen, am Vollmarshäuser Teich in Lohfelden sowie in Espenau. In Lohfelden hat mindestens ein neuer Vogel den Horst bezogen, sagt Naturschutzbund-Mitglied Dieter Werner. Er betreut dort für den Naturschutzbund den Horst. Der Vogel trägt einen Ring. 2021 waren beide Vögel unberingt. So stellte sich heraus, dass es einer der Vögel ist, die im vergangenen Jahr in der Kasseler Karlsaue den ersten Brutversuch im Kasseler Stadtgebiet unternommen hatten.

In der Kasseler Karlsaue hatte es 2021 den ersten Brutversuch in der Region in einem Baum gegeben. Der blieb erfolglos. Vor einigen Tagen waren dort wieder Störche unterwegs, die aber nicht geblieben sind, erklärt Lena Pralle, Sprecherin der Museumslandschaft Hessen-Kassel.

Die Lohfeldener Störche lebten in der Nähe eines reich gedeckten Tischs in Vollmarshausen, berichtet Nabu-Mitglied Werner: Sie holten sich immer wieder Futter aus der Kompostierungsanlage des Landkreises. An der Anlage seien auch die Vögel aus Sandershausen schon beobachtet worden, die sich dort immer wieder bedienten.

Im Kreisteil Wolfhagen brüten zwei Storchenpaare

Stephan Schmidt, bei der Stadt Wolfhagen unter anderem für Naturschutz zuständig, meldet aus dem Altkreis zwei Brutpaare. Seit Mitte März brüten die Vögel wieder auf den bekannten Horsten im Naturschutzgebiet Glockenborn bei Wolfhagen sowie in den Bruchwiesen beim Wolfhager Stadtteil Wenigenhausen.

Im Kreisteil Hofgeismar sind neue Brutplätze hinzugekommen

Deutlicher Zuwachs wird dagegen im Kreisteil Hofgeismar registriert. Fünf Horste waren im vergangenen Jahr besetzt: in den Trendelburger Stadtteilen Deisel und Sielen, in Hofgeismar-Hümme und -Kelze sowie in Reinhardshagen-Vaake an der Weser. Auch dort sitzen in diesem Jahr wieder Störche auf ihren Nestern. Neu hinzugekommen sind Brutplätze in Wesertal in Lippoldsberg und Vernawahlshausen, außerdem einer direkt neben dem Rathaus in Liebenau sowie in Calden-Obermeiser.

„In den vergangenen Jahren waren mehrfach Störche im Ort auf Besuch“, berichtete Hartmut Koch vom Heimatverein in Vernawahlshausen. Sie hätten sich jedoch nicht niedergelassen. In diesem Jahr ist aus dem Besuch eine Brut geworden. Nach seinen Worten ist es die erste Storchenbrut in Vernawahlshausen überhaupt.

Storchenpaare sind launisch bei der Brutplatzwahl

Häufig müsse man sich bei den Störchen in Geduld üben, so Koch. Das wurde in diesem Jahr auch in Ehrsten und in Eberschütz deutlich. In beiden Orten hatten Storchenpaare die Nisthilfen vermeintlich bezogen und auch gebaut. Allerdings zogen die Vögel nach mehreren Tagen wieder ab.

Dass Störche Nester besetzen, es dann aber nicht zur Brut kommt, ist nicht ungewöhnlich. Dabei handelt es sich zumeist um junge, unerfahrene Paare. Die Vögel können künftig zurückkehren und die Nisthilfen beziehen. So wie mutmaßlich in Lippoldsberg. Jennifer Best geht davon aus, dass die beiden Tiere die sind, die 2021 einen Brutversuch gestartet hatten. Weil sie aber noch zu jung waren, blieb der erfolglos. Best sagt, sie könne die Vögel mit einem Fernglas an Einkerbungen am Schnabel wiedererkennen.

In Kelze, wo 2021 erstmals ein Paar gebrütet hatte, gab es auch mehrere Versuche am zweiten Horst. Sie wurden von dem ansässigen Männchen abgewehrt. Das Kelzer Männchen hatte am 9. April seine Partnerin durch einen Autounfall verloren. Der verletzte Vogel wurde in die Storchenstation in Wabern gebracht und wird dort gepflegt. Das Männchen tröstete sich schnell. Schon eine Woche später hatten die Kelzer eine neue Storchendame sowie Paarungen auf dem Horst beobachtet.

Werner führt den deutlichen Anstieg im Kreisteil Hofgeismar auf ein besseres Futterangebot zurück. Nach seiner Einschätzung fänden die Vögel an Weser und Diemel leichter Nahrung als in anderen Kreisteilen.

So viele Storchenpaare brüten in der Region

1011 Weißstorchpaare haben in Hessen 2021 mit der Brut begonnen, etwa 180 mehr als im Vorjahr, berichtet Bernd Petri vom Naturschutzbund-Landesverband. Sie zogen 2149 Jungtiere groß. Die meisten Weißstörche gab es nach wie im Kreis Groß-Gerau mit 335 Brutpaaren. Im Schwalm-Eder-Kreis wurden laut Naturschutzbund 26 Paare gezählt, in Hersfeld-Rotenburg 16, in Waldeck-Frankenberg drei sowie im Werra-Meißner-Kreis zwei Brutpaare.

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