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Die Hänge an der Diemel als Modell für Schutzprojekt

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Von: Bernd Schünemann

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Auch Echte Schlüsselblumen, die gelb blühen, wachsen im Diemeltal. Die Pflanzen sind bedroht.
Echte Schlüsselblume: eine Art, die auf den Magerrasen zwischen Dörnberg und Diemeltal wächst. Sie ist bedroht – und profitiert bereits davon, dass die Flächen entbuscht wurden, sagen die Wissenschaftler. © Dr. Dominik Poniatowski

Das Diemeltal ist ein bundesweit bedeutender Hotspot der Artenvielfalt: Auf den Kalkmagerrasen an den Hängen leben zahlreiche zum Teil seltene Tier- und Pflanzenarten.

Kreisteil Hofgeismar – Um diese Lebensräume langfristig zu erhalten, wurden in einem Forschungsprojekt 55 Hektar – das entspricht mehr als 55 Fußballfeldern – entbuscht, damit sie sich wieder natürlich entwickeln können.

Mit den Flächen entsteht ein Biotopsystem, das die geschützten Gebiete auf dem Dörnberg mit den Magerrasen bis zur Diemel-Mündung bei Bad Karlshafen vernetzt.

Der größte Teil des Projektes ist jetzt abgeschlossen. Etwa 1,2 Millionen Euro von Bund, Nordrhein-Westfalen und Hessen wurden seit 2019 für den Schutz aufgewandt, sagte Jürgen Düster, beim Landkreis Kassel zuständig für Landschaftspflege, während einer Veranstaltung des Kreises. Die renaturierten Magerrasen ergänzen bestehende Naturschutzgebiete in den beiden Tälern. Die Flächen sind zum Teil in kommunalem, aber auch in privatem Besitz. Unterstützung gab es unter anderem vom Bundesamt für Naturschutz.

Landschaftsökologen der Universität Osnabrück haben dieses Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E-Vorhaben) unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Fartmann begleitet. Seit Mitte der 1990er Jahre untersuchen sie Magerrasen an Diemel und Warme. Dabei hätten sie eine Verschlechterung festgestellt, obwohl ein Teil der Flächen unter Schutz stehe, sagte Fartmann im Kasseler Kreishaus. Das zeige die Notwendigkeit, Gebüsch zu entfernen. Innovative Methoden kommen zum Einsatz.

Zum Beispiel die gezielte Übertragung von Mahdgut und Insekten. Auf Magerrasen, die lange zugewachsen waren, gibt es kaum noch Samen der ursprünglichen Pflanzen. Deswegen wurde abgemähter Bewuchs von artenreichen Flächen samt Samen dort ausgebracht, damit sich die typischen Pflanzen und Insekten wieder entwickeln können.

Der Landschaftsverband, der im Kreis gegründet wird, soll sich um die weitere Pflege dieser Gebiete kümmern. Foto: Bernd Schünemann (Bernd Schünemann)

Einfluss des Klimawandels berücksichtigen

Die im Diemel- und Warmetal gewonnenen Forschungsergebnisse sollen deutschlandweit Modellcharakter für die Erhaltung der Arten- und insbesondere Insektenvielfalt auf Kalkmagerrasen haben. Die Universität Osnabrück untersucht, wie Magerrasen am besten gepflegt bewirtschaftet werden, um ihre große Artenvielfalt zu erhalten. Dabei wollen die Wissenschaftler auch die Einflüsse des Klimawandels berücksichtigen.

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