Meinungen in Gastro, Handel und Kultur gehen auseinander

Diskussion um 2G-Modell: Keine Einigkeit im Kreisteil Hofgeismar

Ein kleiner Piks: Die Corona-Impfung.
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Impfung: Das 2G-Modell sieht vor, nur noch gegen Corona geimpften oder davon genesenen Menschen Einlass zu gewähren. In Hessen könnte es als Option kommen - im Gegenzug könnten beispielsweise Gastronomiebetriebe mit Lockerungen rechnen.

Nur geimpften und genesenen Menschen Einlass gewähren und dafür im Gegenzug Erleichterungen wie Wegfall von Maskenpflicht und Abstandsregeln erhalten?

Hofgeismar - Dieses Modell hat Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier Gastronomen, Veranstaltern und Friseuren in Aussicht gestellt. Die Reaktionen bei einer HNA-Recherche dazu gingen allerdings auseinander.

Christel Frank, Vorsitzende des Kulturforums Hofgeismar, beispielsweise begrüßt die 2G-Regel ausdrücklich: „Wenn es einen sicheren Rahmen mit 2G gibt, werden mehr Besucher kommen.“ Sie empfinde die zweifache Impfung nicht nur als persönlichen Schutz, sondern auch als Schutz für das Gemeinwohl. Damit habe man auch als Veranstalter ein gutes Gefühl: „Das Publikum kann sicher die Freuden der Kultur genießen.“ Die 3G-Regel bleibe eine „Krücke“, weil Schnelltests keine hundertprozentige Sicherheit gäben. Das Kulturforum habe ein älteres Publikum, das offensichtlich die Sicherheit schätze. Dennoch findet die nächste Veranstaltung des Kulturforums – Anfang Oktober – noch nach der 3G-Regelung statt. Die war im Vorfeld so beworben worden.

Dass die 2-G-Regelung im Einzelhandel schwer umzusetzen ist, sieht Gita Köhler, Vizechefin der Hofgeismarer Händlergemeinschaft. Man müsse genau prüfen, wie man das umsetze, denn man könne Kunden ja nicht abweisen. Auch die Kontrolle werde sicher schwierig umzusetzen sein, man müsse erst die konkreten Regelungen abwarten. Im Vorstand müsse man das Thema erst noch beraten.

Weniger Abstand, mehr Gäste: Diesbezüglich sei die 2G-Option vor allem für kleinere Betriebe ein Vorteil, sagt Oliver Kasties, Dehoga-Nordhessen Geschäftsführer. Bislang seien die Betriebe bezüglich 2G verhalten. Sollte Hessen ein Optionsmodell einführen, wären 40 Prozent dazu bereit, hat eine Dehoga-Umfrage ergeben. 20 Prozent würden es dann zumindest in Erwägung ziehen. Als Pflicht würden 76 Prozent 2G ablehnen. „Das Stimmungsbild könnte sich aber in Richtung Winter ändern, wenn die Gastronomen darauf angewiesen sind, auch drinnen mehr Gäste empfangen zu können“, sagt Kasties.

Bei hiesigen Gastromen gehen die Meinungen auseinander: Mansur Ziaullah etwa, Inhaber des Eiscafés Castello in Hofgeismar, findet 2G sinnvoll. Ann-Sophie Przyludzki vom Hotel Kronenhof in Oedelsheim hält dies für Restaurants für undenkbar.

Schon jetzt können private Unternehmen die 2G-Regel (Zugang nur für Geimpfte/Genesene, aber nicht für Getestete wie bei 3G) über das Hausrecht anwenden, heißt es von der Staatskanzlei. In der nächsten Fassung der Hessischen Coronaverordnung (aktuelle bis 16. September gültig) soll die Option von 2G und damit verbundene Vorteile, etwa mehr erlaubte Sitzplätze für Gastronomen, aufgenommen werden. Das stellt Ministerpräsident Volker Bouffier in Aussicht. (Matthias Müller, Bernd Schünemann, Clara Pinto, Thomas Thiele)

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