Nazi-Mordserie: Der Fall in Kassel - Ein Überblick

Kassel. Im Jahr 2006 wurde der Internetcafé-Betreiber Halit Yozgat in Kassel erschossen. Es war das letzte Verbrechen in der Reihe der Nazi-Mordserie, teilweise auch NSU-Morde genannt. Im November 2011 kommt Licht in den Fall. 

Hier finden Sie einen Überblick über die Gewaltverbrechen, die Rolle des Verfassungsschutzes und den NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht in München. Dort sprach der Vater des ermordeten Halit Yozgat  kürzlich sehr emotional darüber, wie er seinen Sohn im Internetcafé in Kassel fand.

Es war der 6. April 2006 als der 21-jährige Halit Yozgat aus Kassel in seinem Internetcafé an der Holländischen Straße erschossen wurde. Er war das achte Opfer der Mordserie Bosporus, auch Dönermord-Serie genannt, die zuvor schon sechs türkischstämmigen und einem griechischen Kleinunternehmer in ganz Deutschland das Leben gekostet hatte.

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Der erste bekannte Mord der bundesweiten Serie ereignete sich am 9. September 2000, die anderen in den Jahren 2001, 2005 und 2006. Alle Opfer wurden mit derselben Tatwaffe, einer tschechischen Pistole des Typs CZ 83, Kaliber 7,65 mm, getötet. Sonst fand die Polizei jedoch keine Verbindungen zwischen den Opfern und auch kein eindeutiges Motiv für die Taten - und das, obwohl zwischenzeitlich 160 Beamte an der Fahndung beteiligt waren. Die Morde blieben unaufgeklärt. Bis 2011, da wurde der Fall wieder aktuell. Nachdem die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen in einem anderen Fall übernommen hatte. Dabei geht es um den Tod zweier Männer, die der rechtsradikalen Szene in Thüringen zugeordnet werden und die mit einer weiteren Verdächtigen als Zwickauer Terrorzelle bekannt geworden sind. In ihrer Wohnung fanden Ermittler die Tatwaffe der Dönermord-Serie.

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In diesem Zusammenhang wird auch die Rolle des ehemaligen Verfassungsschützers Andreas T. aus Hofgeismar noch einmal untersucht. Er war bereits im April 2006 - also kurz nach dem Mord an Halit Yozgat - festgenommen worden, da man ihn verdächtigte, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Andreas T. war kurz vor der Tat in dem Kasseler Internet-Café gesehen worden und hatte sich trotz mehrfachen Fahndungsaufrufs nicht bei der Polizei gemeldet. 2006 war der Verdacht gegen ihn wegen mangelnder Beweise wieder fallen gelassen worden.

Von Marie Klement und Martina Eull

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