Drei Tage wird gefeiert: Die Fastenzeit der Moslems ist zu Ende

Hofgeismar. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang wird im Fastenmonat Ramadan nichts gegessen und getrunken. Diese für Moslems entbehrungsreiche Zeit endet mit dem Zuckerfest.

„Für uns ist das Zuckerfest so etwas wie Weihnachten bei den Christen, eben einer der höchsten Feiertage“, sagt Fatma Asci, die fast ein wenig traurig ist, dass der Ramadan nun endet. Die ersten Tage seien zwar stets schwer, aber der Körper gewöhne sich schnell dran kein Essen und Trinken zu bekommen. Besonders schön während dieser Zeit sei, dass sie jeden Abend zum Gebet in der Moschee zusammenkämen - das würde ihr nun fehlen, bemerkt die Hofgeismarerin mit türkischen Wurzeln.

Natürlich hat das Fasten auch einen Hintergrund: „Uns soll durch das Fasten bewusst werden, wie sich Menschen fühlen, die an Armut und Hunger leiden, wir können so ihren Zustand nachvollziehen“, erklärt die 61-Jährige. Auch Nachdenklichkeit und Toleranz solle in dieser Zeit im Vordergrund stehen und böse Worte zu wechseln sei nicht erlaubt, ergänzt Asci.

Grundsätzlich ist das Fasten Pflicht eines jeden gesunden Moslems. Wer krank ist, darf am Ramadan nicht teilnehmen. Und auch Frauen, die ihre Periode haben, müssen während dieser Zeit aussetzten. „Diese fehlenden Tage werden einfach hinten dran gesetzt, so dass auch sie insgesamt 30 Tage gefastet haben.“ Neben dem Verzicht auf Essen und Trinken, müssen die Muslime auch körperlich enthaltsam sein - Sexualität ist ebenfalls nur zu der Zeit erlaubt, wo auch gegessen werden darf. „Ich habe drei Kilogramm abgenommen, obwohl wir im Fastenmonat immer besonders gute Gerichte zubereiten“, sagt Asci.

Backen für das Fest: Fatma und Ramazan Asci waren gestern mit den Vorbereitungen für das Zuckerfest beschäftigt. Foto: Temme

Wenn heute das Fest beginnt, bekommt auch Fatma Teke wieder viel Besuch. Auch sie hat 30 Tage gefastet und wird heute von ihren jüngeren Familienmitgliedern mit einem Besuch geehrt. „Alle Jüngeren, die heute mein Haus betreten, nehmen meine Hand, küssen sie und führen sie anschließend an ihre Stirn“, so die gebürtige Türkin. Damit wollten die Jüngeren ihren Respekt ausdrücken.

Neben den Älteren bekommen auch die Jüngsten besondere Aufmerksamkeit: „Reichlich Süßigkeiten und Geld bekommen die Kinder bei mir geschenkt, denn es ist eigentlich ein Kinderfest.“ Natürlich steht an den Festtagen viel gutes Essen auf dem Tisch - Baklava, die beliebte türkische Süßspeise, ist in fast allen Haushalten zu finden, aber auch Börek und gefüllte Weinblätter werden gerne gereicht. (zta)

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