18.000 Euro von Opfern ergaunert

Dreieinhalb Jahre Haft für Online-Betrüger aus dem Kreisteil Hofgeismar

Eine Figur der Justitia ist an der Fassade des Kriminalgerichts Moabit
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Ein Mann muss aufgrund von Betrug ins Gefängnis (Symbolbild).

Für dreieinhalb Jahre muss ein 25-Jähriger aus dem Kreisteil Hofgeismar hinter Gitter, dem über 60 Betrugsfälle zur Last gelegt wurden.

Kreisteil Hofgeismar - Der Vorsitzende Richter, der am Dienstag vor dem Landgericht Kassel das Urteil sprach, blieb damit nur drei Monate hinter der Forderung des Staatsanwaltes zurück. Die Strafe lag jedoch sechs Monate über der Empfehlung der Verteidigung.

Ursprünglich hatte die Anklage dem jungen Mann sogar 83 Betrügereien vorgehalten. Im Internet hatte er auf verschiedenen Plattformen vor allem Smartphones und Playstations angeboten und nicht geliefert. Dabei habe er eine Gesamtsumme von rund 18.000 Euro von seinen Opfern ergaunert. Knapp 20 Anklagepunkte wurden jedoch im Verlauf der Beweisaufnahme wieder fallen gelassen.

Richter: Gewerbsmäßige Betrügerei

Dennoch, so befand der Richter, müsse von gewerbsmäßiger Betrügerei gesprochen werden. Die Taten, die allesamt im Verlauf eines knappen Jahres begangen wurden, dienten nämlich dem Verurteilten zum Unterhalt seines Lebens. Dabei habe er sich verschiedener Namen und Banken bedient.

Zugute hielt die Kammer am Landgericht dem Mann, dass er voll geständig gewesen sei und damit den Verlauf der Verhandlung erheblich verkürzt habe. Wenngleich alle Taten anhand von Bankverbindungen auch so nachvollziehbar gewesen seien.

Angeklagter zeigte Reue

Positiv kam bei Gericht zudem die Reue des Angeklagten an, der sich bei allen geschädigten Zeugen entschuldigte und außerdem versprach, die Schäden im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten gut machen zu wollen. Zum Nachteil schlug bei der Urteilsfindung indes die kriminelle Vergangenheit des 25-jährigen aus dem Kreisteil Hofgeismar zu Buche. Wegen verschiedener Delikte stand der Mann zum Tatzeitpunkt der Internet-Betrügereien nicht nur unter Bewährung, sondern hatte auch bereits einen Jugendarrest verbüßt. Doch das alles, so stellte der Richter schließlich fest, habe offenbar keinen nachhaltigen Eindruck auf den Angeklagten gemacht.

Ebenfalls negativ bewertete das Gericht die Tatsache, dass der junge Mann selbst nach einer Hausdurchsuchung der Polizei und offenkundiger staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen weitere Straftaten beging.

Zur Urteilsfindung bildete das Gericht vier unterschiedliche Kategorien aller Internet-Betrügereien und kam damit zur Gesamthöhe der Strafe. (Peter Kilian)

Finanzielle Not als Motiv

Der 25-jährige Verurteilte hatte während des Prozesses ausgesagt, dass chronischer Geldmangel und Schulden ihn dazu bewegt hätten, die Online-Betrügereien zu begehen. Zum Schluss der Verhandlung gab der Richter dem jungen Mann nun den Rat, die Zeit der Inhaftierung zu nutzen, um eine Ausbildung zu absolvieren. Nicht, dass er nach Verbüßung der Strafe wieder damit anfange, womit er gerade aufgehört habe.

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