Konzern K+S lässt neuen Suchraum  prüfen

Dritter Einleitepunkt für die Salz-Pipeline im Reinhardswald?

Oberweser/Kassel. Für die Salzabwasser-Fernleitung an die Oberweser hat K+S einen neuen Einleitepunkt und einen dritten Suchraum für ein Speicherbecken im Reinhardswald in die Planungen aufgenommen.

Das geht aus den aktuellen Antragsunterlagendes Konzerns für das erneute Raumordnungsverfahren für die Fernleitung hervor.

Nach einem geeigneten Standort soll nun auch auf dem Höhenrücken etwa in der Mitte zwischen Gieselwerder und Gewissenruh gesucht werden. Die Weiterleitung der Abwässer in die Weser würde dann aufgrund der Geländesituation nicht mehr nach einer Weserunterquerung bei Lippoldsberg erfolgen, sondern am linken Weserufer westlich der Fähre Gewissenruh-Wahmbeck.

Bisher waren zwei Suchräume für Speicherbecken im Gespräch: Am Farrenplatz im Reinhardswald zwischen Gieselwerder und Gottsbüren, sowie in der Feldgemarkung zwischen Lippoldsberg und Gieselwerder. Gegen die Fernleitung insgesamt und speziell gegen den Suchraum bei Lippoldsberg gab und gibt es in der Bevölkerung große Bedenken und auch Proteste.

Den dritten Suchraum hatte der Heimatverein Gieselwerder angeregt und dabei auf verschiedene Vorteile dieser Alternative hingewiesen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte K+S-Pressesprecher Jörg Willecke, dass man diesen dritten Suchraum im ersten Raumordnungsverfahren nicht berücksichtigt hatte, weil es dort geologische Störungen im Untergrund gäbe. Das sei noch unsicher, könne aber eventuell durch die Bodenuntersuchungen geklärt werden, die kürzlich abgebrochen wurden, deren Ergebnisse aber möglicherweise bereits ausreichten.

Ein Problem könnte sein, dass der Flussabschnitt bis zur Messstelle an der Diemelmündung bei Bad Karlshafen zu kurz ist, um die vorgeschriebene Verdünnung zu erzielen. Willecke: „Vielleicht reicht es aber aus“. 

Hintergrund: Anregung kam aus Gieselwerder

Den dritten Suchraum für ein Salzspeicherbecken regte der Heimatverein Gieselwerder vor einem Jahr in einer Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren an. Er schlug vor, anstelle des „Farrenplatzes“ einen Standort 1000 Meter weiter nordöstlich (Waldort „Brand“) zu prüfen. Die Fallleitung zur Weser könnte nach Norden geführt und die 200 Meter Höhenunterschied für eine Turbine (Prinzip Pumpspeicherbecken) zur Energiegewinnung genutzt werden. An der Weser ließe sich ein Ausgleichsbecken (Kiesabbau möglich) mit Weserwasser und Möglichkeit zur Verdünnung der Salzabwässer anlegen, was eine kontinuierliche Abgabe und Verkleinerung des Speicherbeckens erlauben würde. 

Rubriklistenbild: © dpa

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