Neubau in Schöneberg

Ehemaliges Gasthaus Reitz: Straße führt künftig durch Hotelgelände

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Ortsvorsteher Walter Grebing bedauert wie viele andere Schöneberger auch, dass mit dem Gasthaus ein wichtiger Treffpunkt im Ort verloren gegangen ist. Es entstehe aber auch wichtiges Neues. 

Schöneberg. Das Umfeld des ehemaligen Gasthauses Reitz und der einzigen Kreuzung in Schöneberg wird sich gravierend verändern.

Der alte Gaststättensaal und weitere Bauten sollen abgebrochen und durch Neubauten für das Kongress- und Event-Hotel „Plan C“ ersetzt werden. Das erfuhren die Teilnehmer der Ortsbeiratssitzung in Schöneberg, als die Architekten und die künftigen Betreiber ihr Projekt vorstellten. Das Wichtigste: Die namenlose Straße, die in Verlängerung von „Am Borsig“ von der B 83 Richtung Wiesen führt, bleibt erhalten, wird aber Teil des Hotelareals. Das beruhigte besonders die Landwirte, denen so Umwege erspart bleiben.

Mehrfach umgeplant

Architekt Michael Pleßmann stellte die Details vor: Nach mehrfachen Änderungen steht jetzt nämlich die endgültige Gesamtplanung fest, der Bauantrag soll abgegeben werden. Man habe den umgekehrten Weg wie üblich gewählt und zunächst den Ortsbeirat einbezogen und dann das Bauamt, das aber schon früh beratend mithalf. Damit wollten die Bauherren erreichen, dass mit den Schönebergern eine gute Nachbarschaft entsteht.

Die Investoren, die sich bis zur endgültigen Umsetzung noch nicht öffentlich äußern wollen, hatten das Gasthaus Reitz und den benachbarten Bauernhof Reitz (nur entfernt verwandt) in 2015 gekauft. Sie planen ein Kongress- und Event-Hotel bewusst nicht auf der grünen Wiese, sondern im Dorf. Ziel sind Fortbildungen und Kongresse für bis zu 50 Personen sowie die Ausrichtung von Veranstaltungen wie Autoausfahrten, Ballonfahrten, Kochkurse oder eventuell Wellnessangebote, aber kein herkömmlicher Hotel- und Restaurantbetrieb mehr.

Aus Sorge um das Freihalten der Straße, die quer über den Innenhof führen wird, wurde ein Verkauf der Straße eher kritisch gesehen. Ob es ein Verkauf oder eine langfristige Verpachtung besser sind, solle die Stadt mit Juristen entscheiden, meinte der Ortsbeirat. Die Straße sei nicht nur als Verkehrsweg wichtig, sondern auch, weil darin viele Stromleitungen zu einer Trafostation am Ende des Grundstücks führen und sich im Boden eine Löschwasserzisterne befindet. Außerdem verläuft durch das Grundstück ein verrohrter Flutgraben parallel zur B 83, der nicht überbaut werden darf.

Die für das Ortsbild wichtige Straße soll zwar umgestaltet, aber erhalten werden. Dazu gehört auch, dass Kühe über den Hof getrieben werden. Wenn es da starken Schmutz gebe, müsse der Tierbesitzer diesen auch entfernen, hieß es. Wenn alle Genehmigungen vorliegen, soll der Bau im April beginnen.

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