Hofgeismarer unterstützen finanziell

Ehepaar hilft Jungen aus Uganda - Mutter hielt ihn für verhext

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Arztbesuch: Mike Kitaka wird in Uganda von Liz Humphreys, der Gründerin der Hilfsorganisation „Help Children in Uganda“, betreut. Hier begleitet sie Mike zusammen mit der Hofgeismarerin Annekatrin Martin (links) zu einer Untersuchung.

Hofgeismar. Seine Mutter hielt ihn für verhext, jahrelang wurde er versteckt. Nun bekommt er Hilfe - von einem Ehepaar aus Hofgeismar und einer britischen Hilfsorganisation.

Mike Kitaka ist 14. Er lebt in Uganda, hat eine Knochenkrankheit und war mehr oder weniger dem Tode geweiht. An Weihnachten lernte ihn das Hofgeismarer Ehepaar Dr. Annekatrin und Dr. Armin Martin kennen. Eine Begegnung, die dem Jungen möglicherweise ein vernünftiges Leben und eine selbstbestimmte Zukunft ermöglichen wird. Denn das Ehepaar kümmert sich nun um Mike. Moralisch – und auch finanziell.

Hilfsbereite Familie

Der Familie Martin geht es nicht schlecht. Sie ist niedergelassene Hausärztin in Grebenstein, er hat einen guten Job bei dem Hofgeismarer Wärmetauscher-Unternehmen AKG. Vier Kinder zwischen zwölf und 21 Jahren runden das Glück auch privat ab. 

Doch die eigene gute Lebenssituation hat den Blick auf das Leid anderer nicht versperrt. Im Gegenteil. Seit Jahren unterstützt die Familie über internationale Hilfsprojekte Benachteiligte in Entwicklungsländern. 

So war es nicht verwunderlich, dass Tochter Sophie nach dem Abitur ein Jahr einlegte, in dem sie für ein soziales Projekt arbeitete – bei der kleinen, britischen Organisation „Help for Children in Uganda“ (HUG; „Hilfe für Kinder in Uganda).

Der Besuch

Über Weihnachten erhielt Sophie Besuch von ihren Eltern. Dr. Martin nutzte die Zeit auch, um die von HUG betreuten Kinder zu untersuchen. Dabei stieß sie auch auf Mike Kitaka, dessen Schicksal sie berührte.

Die Krankengeschichte

Mike war ein ganz normaler Junge. Bis vor sechs Jahren. Beim Fußballspielen fiel er hin. Am nächsten Tag konnte er nicht mehr aufstehen, am Oberschenkel bildeten sich Abszesse. Seine Mutter hielt ihn für verhext. Er wurde ins Haus der kleinen Bananenfarm verbannt. Mehrere Jahre durfte er nicht zur Schule. Behandelt wurde von der kleinen örtlichen Krankenstation nur sein Fieber, nicht aber die Ursache.

Die Diagnose

Vor drei Jahren wurde er von HUG gefunden. Er kam in ein Krankenhaus. Die Krankheit, sie wurde später als Osteomyelitis diagnostiziert, hatte seine komplette rechte Hüfte zerstört. Durch Operationen konnte Mikes Gehfähigkeit aber hergestellt werden. 

Mit Unterarmkrücken ist er jetzt unterwegs. Die Schule kann er besuchen. Trotz der mehrjährigen Pause ist er ein Einser-Schüler, erzählt Dr. Martin.

Die Hilfe

Auch wenn Mike wieder mobil ist, gesund ist er noch lange nicht. Mikes Knochen- und Knochenmarkerkrankung gibt es bei uns praktisch nicht, weiß Dr. Martin. Tritt sie auf, wird sie meist gleich mit Antibiotika behandelt, so die Ärztin. 

In Uganda behandelte man aber nur die Symptome. Die Krankheit setzte sich fest, ist chronisch. Jetzt geht es darum, zu verhindern, dass sie sich auf die andere Hüfte ausbreitet.

Regelmäßige medizinische Untersuchungen sind nötig, hin und wieder auch Operationen. Schulgeld, Untersuchungen und einige Extras wie orthopädische Schuhe oder anderes Hilfsgerät, „das zahlen wir“, sagt Dr. Martin. Schließlich „wollen wir, dass er vernünftig leben kann“.

Sein Schicksal berührte

„Sein Schicksal hat uns berührt“, sagt Dr. Martin: „Unser Sohn ist 15, Mike ist 14“ – da kommt automatisch eine direkte Betroffenheit auf. Hinzu kommt: „Mike ist hoch intelligent und ein ganz toller Junge.“ Deshalb will Familie Martin alles dafür tun, damit Mikes verbliebene Hüfte erhalten bleibt. „Nur so kann er einmal selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen“, ist die Ärztin überzeugt. 

Vergangene Woche musste Mike deshalb operiert werden. Mehrere hundert Euro hat die OP gekostet. Die Hofgeismarer Familie half. Alleine kann sie es auf Dauer aber nicht stemmen, sagen die Martins und bitten andere Menschen mit einem offenen Herz um Mithilfe.

Spenden werden benötigt

Wer Mike helfen will, kann dies entweder über die Hilfsorganisation HUG oder die Familie Martin machen. Kontakt zur Familie Martin ist möglich unter der E-Mail-Adresse help_mike_in_uganda@gmx.de. 

„Jeder Euro, der gespendet wird, kommt an“, verspricht Dr. Martin. Schließlich ist man im ständigen Kontakt und kann dies auch überprüfen.

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