32-jähriger aber für andere Taten verurteilt

Einbruch bei Dekan in Hofgeismar: Beweise reichten nicht

Im verwüsteten Büro: Dekan Wolfgang Heinicke im September 2013 an seinem Schreibtisch. Archivfoto: Temme

Hofgeismar. Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren mit vier Jahren Bewährung hat das Amtsgericht Kassel einen 32-jährigen Mann aus dem Landkreis Kassel verurteilt.

Ihm wurden vier Einbrüche, drei Ladendiebstähle und Hehlerei sowie der Einbruch in das evangelische Dekanat und den Katholischen Kindergarten in Hofgeismar zur Last gelegt. Bei dem Urteil blieben letztendlich - trotz Indizien - die Einbrüche in die kirchlichen Einrichtungen unberücksichtigt.

Dem Angeklagten, dem das Gericht für die damalige Zeit eine hochgradige Drogenabhängigkeit bescheinigte, konnten die beiden Taten in Hofgeismar trotz umfangreicher Beweisaufnahme nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

In der Nacht zum 2. September 2013 wurde in ein Büro im Dekanat eingebrochen und zwei PC-Monitore, Bargeld und einen Würfeltresor im Wert von 1800 Euro gestohlen. Durch das Aufhebeln von Fenstern und Türen entstand ein Schaden in Höhe von 3000 Euro. Eine Woche später, in der Nacht vom 10. auf den 11. September, war der Kindergarten Ziel von Einbrechern, die einen Laptop, eine Festplatte und eine Digitalkamera im Wert von 1100 Euro entwendeten. In beiden Fällen fanden sich keine oder nicht verwertbare DNA-Spuren.

„Man kann nicht mit Sicherheit darauf schließen, dass er den Tatort betreten hat“, sagte die Staatsanwältin, „aber die Spuren führen zu ihm.“

Festplatte angeboten 

Nach dem Einbruch in den Kindergarten boten der Angeklagte und seine 27-jährige Freundin in dem Kasseler Laden Money Point die Festplatte aus dem Kindergarten zum Kauf an. Die Betreiber stießen auf Daten des Kindergartens und informierten die Polizei. Am 12. September fand in der völlig verwahrlosten Wohnung des Paares in Hofgeismar, in der auch andere Junkies hausten, eine Durchsuchung statt, bei der der Würfeltresor aus dem Dek anat gefunden wurde.

Der Angeklagte zeigte sich willens, geständig zu sein, konnte sich aber an keine Details erinnern. Mit Blick auf seinen damals täglichen Drogencocktail von ein bis zwei Gramm Heroin, Diazepam-Tabletten und Alkohol glaubte ihm das Gericht und bescheinigte eine verminderte Schuldfähigkeit.

Die Staatsanwältin, der Richter und der Verteidiger, Rechtsanwalt Michael Schenk, gaben dem 32-Jährigen und seiner Freundin, die beide seit ihrer Entziehung 2013 drogenfrei leben, eine günstige Sozialprognose.

„Wir sind bemüht, unser Leben auf die Reihe zu kriegen“, sagte der Angeklagte. Verurteilt wurde er wegen Hehlerei, versuchten Einbruchs in die Hofgeismarer Werkstätten sowie Diebstähle in der Drogerie Müller und Douglas in Kassel und einem Edeka-Markt. „Klassische Beschaffungskriminalität“, wie der Richter bemerkte. Dem 32-Jährigen wird ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Er muss 80 Stunden Sozialarbeit leisten und die Kosten des Verfahrens tragen.

Von Alexandra Lache-Elsen

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