Asylbewerber sind Ursache

Einwohnerzahl: Sechs Gemeinden im Kreisteil Hofgeismar legen zu

Hofgeismar. Sechs Städte und Gemeinden im Kreisteil Hofgeismar können sich über mehr Einwohner freuen: Der leichte Zuwachs hält jedoch den demografischen Wandel nicht auf.

Die positiven Zahlen seien in vielen Fällen auf die Asylbewerber zurückzuführen und änderten nichts an den grundsätzlichen Problemen, heißt es aus den Rathäusern.

Die Entwicklung hatte schon 2015 begonnen: Da verzeichnete der Landkreis Kassel erstmals seit 13 Jahren keinen Bevölkerungsrückgang. „Die positive Entwicklung ist hessenweit auf die Zahl der Asylbewerber zurückzuführen“, hatte Landrat Uwe Schmidt gesagt.

Auch 2016 ließen Asylbewerber die Einwohnerzahlen mancherorts ansteigen. Das ergab eine Umfrage der HNA in den Rathäusern. Das größte Plus hatte Ende 2016 die Stadt Bad Karlshafen vermeldet. Um 2,2 Prozent auf insgesamt 3798 Einwohner ist die Stadt gewachsen. „Der Zuwachs ist ganz enorm, die Flüchtlinge sind dabei auf jeden Fall ein entscheidender Faktor“, so Bürgermeister Ullrich Otto. Eine Aussage, ob es ohne sie wieder abwärts ginge, sei spekulativ.

Die Flüchtlingszahlen wirken sich jedoch nicht immer positiv auf die Statistiken aus. Die meisten Einwohner mit minus 5,6 Prozent verlor Calden. 452 Menschen wurden im Dezember 2016 weniger gezählt. „Die Einwohnerzahlen hängen bei uns mit der Erstaufnahmeeinrichtung zusammen“, erklärt Hauptamtsleiter Herbert Kloppmann, „wir hatten vorher wie alle einen leichten Rückgang.“

2015 hatte Calden aufgrund der Asylbewerber den größten Zuwachs mit 9,5 Prozent (+702). Auf den demografischen Wandel in kleinen ländlichen Ortsteilen hatte das allerdings kaum Auswirkungen: Die neuen Einwohner auf Zeit kamen nicht dorthin. Sie helfen also nicht gegen Leerstände und Schließungen von Bäckereien und Metzgereien.

Rubriklistenbild: © dpa

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