Ein Leben fürs „Gelato perfetto“

Eiscafé Dolomiti in der Fußgängerzone feiert 50-jähriges Jubiläum

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Von Italien nach Hofgeismar: Primetta und Egidio Mandolini sind seit 1968 in Hofgeismar Eisverkäufer mit Leib und Seele.

Hofgeismar. Hier hat sich wohl jeder Hofgeismarer schon mal erfrischt: Das Eiscafé Dolomiti wird dieser Tage 50 Jahre alt. Zeit für einen Besuch bei Primetta und Egidio Mandolini.

Je tiefer man die Treppe hinunter steigt, desto kühler wird es. „Das ist das älteste Eiscafé Hofgeismars“, sagt Egidio Mandolini stolz, als er sich durch die engen Gänge im Keller des Eiscafés Dolomiti manövriert. Ziel ist das Herz der Eisdiele, das Labor, wie er den Raum für die Eisproduktion nennt. Kürzlich feierten er und seine Frau Primetta 50-jähriges Jubiläum als Eiscafé-Besitzer.

Eisacfé Dolomiti Hofgeismar: Im Jahr 1968 übernommen

1968 hatte er das Café in der Mühlenstraße übernommen. „Damals hatten wir eine Eismaschine und einen Milchkocher“, erinnert sich Mandolini. Die Eismaschine war oben im Verkaufsraum, direkt bei den Gästen.

Jetzt nehmen blitzblank polierte Milchkocher und eine riesige Eismaschine jeden freien Zentimeter des etwa 20 Quadratmeter großen Labors im Keller ein.

In der Eisproduktion hat sich nicht viel verändert in den vergangenen 50 Jahren, sagt der freundliche Mann mit italienischem Klang in der Stimme. „Es war früher mehr Handarbeit. Man brauchte viel Kraft, um das Eis mit einem Spaten aus den Maschinen zu kratzen, das geht jetzt automatisch und viel schneller.“

Als mutig beschreibt er die Entscheidung, das Café in einem fremden Land zu übernehmen. „Ich war sehr jung und habe damals kaum ein Wort Deutsch gesprochen“, erzählt der 75-Jährige. Sowohl er als auch seine Frau stammen aus Senigallia am Adriatischen Meer, 1965 kam er nach Kassel. Irgendwann sei er dann als Aushilfe in einer Eisdiele gelandet.

Davor war er Bauarbeiter, seine Frau Friseurin. „Dolomiti“ stehe für die höchsten Berge Italiens. Der vorherige Besitzer hatte die Eisdiele so genannt und ihm alles über das Eis beigebracht.

„Ich hätte nicht gedacht, dass das Café so ein Erfolg wird“, sagt Mandolini und lächelt. Italiener seien nach dem Krieg nicht so beliebt gewesen, weshalb sie in der Anfangszeit nicht viele ältere Kunden gehabt hätten. „Probleme gab es aber nie.“

Eisacfé Dolomiti Hofgeismar: Mehr Tische, mehr Gäste

Besonders nach der Renovierung 1982 habe er eine Veränderung gespürt. Vorher gab es nur wenige Tische, das Eis war meist zum Mitnehmen. Mit mehr Tischen kamen auch immer mehr Gäste zum Eisessen und blieben. „So hatten wir viel Kontakt zu den Menschen und haben dadurch auch Deutsch gelernt.“

Heute kennen sie jeden der Stammkunden, die selbst im Winter kommen. Was ihnen am meisten Spaß mache? „Alles, selbst das Saubermachen“, sagt Primetta Mandolini und auch ihr Mann nickt zustimmend: „Das ist unser Leben geworden.“

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