Eisflächen können einbrechen

DLRG warnt: Teiche im Kreisteil Hofgeismar sollten nicht betreten werden

Ein Schild an einem Baum warnt davor, eine schneebedecke Teichfläche nicht zu betreten, im Hintergrund ein Schlösschen.
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Der Brunnenteich am Schlösschen Schönburg in Hofgeismar darf zurzeit nicht betreten werden. Daran hielten sich am Donnerstag aber nicht alle Spaziergänger im Brunnenpark.

Zugefrorene Teiche sollten zurzeit nicht betreten werden. Trotz der Minusgrade im zweistelligen Bereich sind die Eisflächen nicht dick genug. Bricht jemand ein, droht Lebensgefahr.

Kreisteil Hofgeismar – Zugefrorene Teiche sollten im Kreisteil Hofgeismar zurzeit keinesfalls betreten werden. Die Eisflächen sind trotz der Minusgrade im zweistelligen Bereich der vergangenen Tage nicht dick genug und können einbrechen, lautet der Appell.

„Die Teiche sind ja erst seit Samstag gefroren“, sagt Ulrich Vogel, Vorsitzender des Ortsverbands Oberweser der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG).

Erreichen von tragfähigen Dicke dauert fünf bis sieben Tage

Wie lange es dauert, bis die Eisschichten eine tragfähige Dicke von mindestens 15 Zentimeter erreicht haben, sei von Gewässer zu Gewässer unterschiedlich. „Im Moment ist es dafür aber definitiv noch zu früh“, sagt Vogel. In Fachkreisen geht man von fünf bis sieben Tagen aus.

Wer gefahrlos zm Beispiel Schlittschuh laufen möchte, sollte besser ausdrücklich dafür freigegebene Flächen nutzen. „In Oedelsheim zum Beispiel gibt es einen Skaterplatz, der mit Wasser geflutet wird, das dann gefriert“, erklärt der Ortsverbands-Vorsitzende.

Zugefrorene Teiche und Gewässer sollten laut Vogel grundsätzlich niemals alleine betreten werden. Falls doch einmal etwas passieren sollte, wäre in einem solchen Fall niemand da, der helfen oder Rettungskräfte alarmieren könnte.

Bei einer Rettung: Gewicht auf der Eisfläche verteilen

Bereits nach ein paar Minuten bestünde dann bereits eine hohe Gefahr, zu erfrieren. „Hinzu kommt, dass man nach unten sinken und unter die Eisflächen geraten kann“, sagt Vogel.

Um diesen Gefahren vorzubeugen, sind zum Beispiel beim Brunnenteich am Gesundbrunnen in Hofgeismar mehrere Warnschilder an Bäumen angebracht. „Außerdem ist der Hausmeister vor Ort und hat den Teich im Blick“, sagt Birgit Rössel, Geschäftsleiterin der Evangelischen Akademie in Hofgeismar.

Sollte doch einmal jemand auf einer Eisfläche einbrechen, müsse bei der Rettung unbedingt darauf geachtet werden, das Gewicht auf der Eisfläche zu verteilen, wie Marvin Fettmilch, stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Immenhausen sagt.

„Auf keinen Fall sollte man mit beiden Füßen nebeneinander auf dem Eis stehen“, sagt er. Generell sei darauf zu achten, sich auf dem Eis möglichst breit zu machen.

Schnelles Erfrieren: Rettungskräfte oft nicht rechtzeitig da

Das weitere Vorgehen hänge davon ab, wo genau sich die eingebrochene Person auf dem Teich befindet und ob sie sich selbst bewegen könne oder nicht. Ist sie weiter vom Ufer entfernt, robben die Einsatzkräfte der Feuerwehr in Überlebensanzügen zu ihr und ziehen sie „mittels Muskelkraft“ aus dem Wasser, wie der stellvertretende Wehrführer erklärt.

Darüber hinaus behelfen sich die Feuerwehrkräfte „mit allem, was wir zur Verfügung haben“ sagt Marvin Fettmilch. Dazu gehöre, Leitern zur Gewichtsverteilung auf das Eis zu schieben oder mit Schleifkorbtragen, Haken und Seilen zur eingebrochenen Person zu kommen.

Da ins Wasser eingebrochene Menschen allerdings schnell erfrieren können, bestehe grundsätzlich die Gefahr, dass Rettungskräfte nicht rechtzeitig eintreffen, wie Ulrich Vogel sagt. Umso wichtiger sei es, gefrorene Teiche nicht allein zu betreten und Verbote zu beachten. (Jan Trieselmann)

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