Studie: Viele Häuser haben nicht genug Steckdosen

Elektriker warnen vor gefährlichem Kabelsalat

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Typisches Problem im Haushalt: Jedes Elektrogerät hat ein Stromkabel, doch die Zahl der Steckdosen ist laut einer Studie oft viel zu gering, vor allem in alten Häusern. Unser Foto zeigt Volontärin Dorothea Wagner.

Hofgeismar. Ein defekter Dreifachstecker hat einen 31-Jährigen aus Fulda Anfang November das Leben gekostet: Das Kabel ging kaputt und löste ein Feuer aus.

Auf die potenziellen Gefahren von Mehrfachsteckern weisen nun auch die Elektriker des Altkreises Hofgeismar gemeinsam mit ihren Kollegen aus Wolfhagen und Kassel hin: Vor allem in Wohnzimmern gebe es schlicht zu wenig Steckdosen.

Ralf Döhne, der ein Elektronik-Geschäft in Bad Karlshafen hat, berichtet: „Besonders in älteren Wohnungen gibt es viel Kabelsalat. Ich habe auch schon einige Reparaturen machen müssen, weil Leitungen durchgeschmort sind.“ Das löse immer wieder Kurzschlüsse aus. Speziell jüngere Leute sind laut Döhne betroffen, denn die haben besonders viele Elektrogeräte in der Wohnung. An Sensibilität für das Thema Sicherheit fehle es aber. „Stereoanlage, Fernseher, Router, Ladekabel für Handy und Laptop – das wird oft einfach alles mit Mehrfachsteckdosen gelöst“, sagt der Elektromeister.

Auch Dirk Ewers, der ein Geschäft in Hofgeismar hat, kennt das Problem. Besonders gefährlich seien Billig-Mehrfachstecker. „Die vertragen die üblichen 16 Ampere oft nicht. Da können im schlimmsten Fall Brände entstehen. Beim Kauf also immer auf das GS-Prüfzeichen achten!“, rät er.

Wie häufig Mehrfachstecker im Altkreis Hofgeismar schon die Ursache für Wohnungsbrände waren, kann Mark Bornhage (bei der Feuerwehr Hofgeismar für Brandschutzaufklärung zuständig) zwar nicht sagen. Brandursachen werden in der Regel nur ermittelt, wenn es Tote gibt. Der Fuldaer Fall habe aber natürlich unter den Feuerwehrleuten die Runde gemacht. Explizit warnt Bornhage davor, mehrere Mehrfachstecker ineinander zu stöpseln. Denn dann addiert sich die Leistung der Geräte.

Bei Gewobag, dem größten Vermieter des Altkreises Hofgeismar, sind Wohnzimmer-Stromanschlüsse bisher kein Thema gewesen. „Beschwerden von Mietern gab es noch keine. Wir verlassen uns da auf die Elektriker, mit denen wir immer gut zusammenarbeiten“, berichtet Geschäftsführer Christoph Beutekamp. Die Zahl der Anschlüsse sei aber natürlich in den vergangenen Jahren gestiegen. Acht bis zehn Steckdosen sind in den Wohnzimmern der Mietswohnungen installiert, für die Beutekamp verantwortlich ist, sagt er. Damit sind sie gut ausgerüstet. Durchschnittlich nur 5,4 Steckdosen sind laut einer Studie des Deutschen Elektronik-Zentralverbandes in den Mietwohnungen eingebaut. In Eigentumswohnungen sind es 6,7. Empfohlen seien mindestens elf. Ralf Döhne, der Obermeister der Elektro-Innung Hofgeismar-Wolfhagen, hat mit dem Kasseler Obermeister Uwe Brückmann diese Studie zum Anlass genommen, um auf die Thematik hinzuweisen.

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