Regel ist Teil der Energieeinsparverordnung

Energieausweis ist Pflicht: Schonfrist am 1. Mai abgelaufen

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Hofgeismar. Der Energieausweis für Immobilienbesitzer ist seit einem Jahr Pflicht. Wichtig ist er vor allem, wenn Wohnungen und Häuser vermietet oder verkauft werden sollen.

Dann muss der Ausweis den Interessenten vorgelegt werden. Die Energieausweispflicht ist Teil der Energieeinsparverordnung. Bisher galt noch eine Übergangsfrist, seit 1. Mai dieses Jahres ist der Ausweis verbindlich. Bei Missachtung droht ein Bußgeld.

Und das kann nach Auskunft von Schornsteinfegermeister Lars Hodeck (Schöneberg) bis zu 5000 Euro teuer werden. Derzeit hat Hodeck gut zu tun, denn als Schornsteinfegermeister mit Zusatzqualifikation kann er selber Energieausweise ausstellen.

Für Verbrauchsausweise, die den Verbrauch von mindestens drei vollen Abrechnungsjahren beinhalten müssen, liegen die Kosten bei rund 90 Euro. Der umfangreichere Bedarfsausweis kostet, je nach Größe des Hauses, ab 300 Euro. Für Häuser, deren Baujahr vor 1977 liegt, ist nur ein Bedarfsausweis gültig.

Der Verbrauchsausweis hat nach Ansicht Hodecks nur geringe Aussagekraft, denn er gibt kaum zu erkennen, auf welchem energetischen Stand eine Wohnung oder ein Haus tatsächlich ist.

Dennis Kramer von Kramer Immobilien in Hofgeismar spricht gar von einem „Lügenausweis“. So habe er schon erlebt, dass alte Häuser bessere Kennziffern erhielten als gut gedämmte neue Gebäude. „Man kann diesen Dingern nicht trauen“, sagt Kramer, weil sie nur nutzerabhängige Daten wiedergäben. Welche Art von Ausweis dem Käufer oder Mieter für Häuser und Wohnungen ab Baujahr 1977 vorgelegt werden, ist Sache des Verkäufers beziehungsweise Vermieters.

Die Gewobag, größte Wohnungsbaugesellschaft im Kreisteil, drückt bereits seit einem Jahr ihren Neumietern Energieausweise in die Hand. „Ausdrücklich danach gefragt haben seit 2008 vielleicht zwei Leute“, sagt Gewobag-Geschäftsführer Christoph Beutekamp.

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