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Engagement für Bahnhof Hümme mit Deutschem Denkmalschutz-Preis gewürdigt

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Von: Bernd Schünemann

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Preisverleihung an Hümme: von links Peter Nissen, Dirk Altmann, Erika Lauterbach-Nissen, Claudia Brill, Inge Seidenstücker, Beate Kahl (mit Urkunde), Frank Wiederhold, Ingo Pies, Henning Hartmann und Steffen Brill.
Preisverleihung an Hümme: von links Peter Nissen, Dirk Altmann, Erika Lauterbach-Nissen, Claudia Brill, Inge Seidenstücker, Beate Kahl (mit Urkunde), Frank Wiederhold, Ingo Pies, Henning Hartmann und Steffen Brill. © Marcelo Hernandez / nh

Der Verein Generationenhaus Bahnhof Hümme ist in Hamburg mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet worden.

Hümme – Damit würdigt das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz die Arbeit der Hümmer für den Erhalt des ehemaligen Bahnhofs (wir berichteten).

Hatte ein kleiner Ort das Glück, einen Bahnhof zu haben, war das Gebäude – wie Kirche, Rathaus und Gaststätte – ein wichtiger Bestandteil des Dorfs. Das galt auch für Hümme. Als die Bahn den Bahnhof aufgab, wollten die Hümmer das nicht hinnehmen, berichtet Peter Nissen, Vorsitzender des Vereins. Sie sammelten Anregungen für eine neue Nutzung. Demnach gab es die Überlegung, dass das Bahnhofsgebäude ein Ort der Begegnung für alle Generationen werden sollte. So entstand die Idee des Generationenhauses Bahnhof Hümme. Mit dem Preis wurde dieses Engagement bundesweit gewürdigt. Der Denkmalpreis ist die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik auf diesem Gebiet.

Die Jury überzeugte das Konzept des Vereins. Das vereint viele Angebote unter dem Dach des Bahnhofs: offener Tagestreff, Seniorenbegegnungsstätte, Demenzcafé, Nachmittagsbetreuung für Kinder, Spielkreis für Kleinkinder, Kulturveranstaltungen, Kunstausstellungen, ein Raumangebot für Vereine und Initiativen, Kursangebote der Volkshochschule und der Musikschule, Kochkurse, ein Servicebüro zur Vermittlung haushaltsnaher Dienstleistungen, Kochen für Senioren, Geschichtskreis sowie Proberäume für Jugendbands. Es gibt auch einen öffentlich zugänglichen Warteraum sowie Betriebsräume für die Regiotram-Gesellschaft. Denn nach wie vor halten Regiotram-Züge am Bahnhof in Hümme.

Verein muss Kosten des Bahnhofs selbst erwirtschaften

Die Angebote werden gut angenommen. Das ist auch notwendig, weil der Verein die Kosten des Hauses selbst erwirtschaftet. Gegenwärtig nutzen 15 Vereine die Räume. 2020 baute der Verein den Güterschuppen zu einem Kinder- und Jugendzentrum um. Das alte Waschhaus dienst als Kunstatelier.

Das gesamte Bahnhofsensemble samt Freifläche wurde denkmalgerecht saniert. Der Bahnhof sei wieder ein Zentrum des Lebens in Hümme. Und damit auch ein Vorbild für andere Stationsgebäude, die ihre ursprüngliche Funktion verloren haben, sagt Vorsitzender Nissen.

Denkmalschutzpreis für Engagement für Verein Generationenhaus Bahnhof Hümme – Projekt hatte viele Unterstützer

Die Stadt Hofgeismar habe das Gebäude unter der Voraussetzung erworben, den Bahnhof nicht betreiben zu müssen, berichtet Vorsitzender Nissen aus der jüngeren Vergangenheit. Dafür wurde 2012 der Verein Generationenhaus Bahnhof Hümme gegründet.

Die Mitglieder steuerten Eigenleistungen bei, um das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude grundlegend zu sanieren. In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege wurde es umgebaut und ausgestattet. Mehr als 40 Bürger erbrachten rund 4000 Stunden Arbeit. Auch mit Spenden und Fördergeld wurde das Projekt unterstützt. Zweieinhalb Jahre dauerte es, bis das Haus nutzbar war. Im Oktober 2015 wurde das Generationenhaus Bahnhof Hümme eröffnet. (ber)

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