Kandidatenkür mit Abstand

Er fordert Mannsbarth heraus: CDU Hofgeismar schickt Torben Busse ins Bürgermeister-Rennen

Kandidat Torben Busse mit seiner Frau Sabrina (Bildmitte). Zufrieden mit dem Ergebnis waren auch (stehend von links) CDU-Stadtverbandsvorsitzender Alexander Grün, der stellvertretende Bezirksvorsitzende Thomas Viesehon, Kreistagsmitglied und Versammlungsleiter Friedhelm Becker und Hofgeismars CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Stiehl.
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Bestärkt durch das Votum: Kandidat Torben Busse mit seiner Frau Sabrina (Bildmitte). Zufrieden mit dem Ergebnis waren auch (stehend von links) CDU-Stadtverbandsvorsitzender Alexander Grün, der stellvertretende Bezirksvorsitzende Thomas Viesehon, Kreistagsmitglied und Versammlungsleiter Friedhelm Becker und Hofgeismars CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Stiehl.

Corona hat den Terminplan zwar durcheinandergebracht, doch am 1. November wird in Hofgeismar ein neuer Bürgermeister gewählt. Ein Herausforderer für den Amtsinhaber steht nun fest.

Hofgeismar – Dass es in den vergangenen Wochen schon einige Spekulationen um ihn gegeben hatte, räumte Torben Busse ein, als er sich in der CDU-Mitgliederversammlung als Bewerber für eine Bürgermeisterkandidatur präsentierte. „Jetzt ist die Katze aus dem Sack“, rief er ins Mikrofon.

Wenig später, nach einem Urnengang mit Maskenpflicht und Abstand, war es entschieden: 23 Stimmen, sprich 100 Prozent, für Busse. Damit geht er ins Rennen um den Bürgermeisterposten. „Eine Herausforderung, der ich mich mit Herz und Mut stellen werde“, sagte der 44-Jährige aus Hümme.

Die Themen

Wofür er politisch steht, das umriss Torben Busse vor den CDU-Mitgliedern und geladenen Gästen im Hotel Viktorosa. Als Erstes bezog er klar Stellung zum Standort für den geplanten Neubau des Kreiskrankenhauses: „Das gehört an den Krähenberg.“ Einen Standort am Gewerbegebiet am Jahnsportplatz lehnt er ab. Beim Neubau der Kindertagesstätte sei ebenso klar: „Die gehört an den Anger.“ Der bisher diskutierte Standort an den Ziegeleien sei nicht geeignet.

Und auch in der Diskussion, wie es mit der Stadthalle weitergehe, sei bald eine klare Entscheidung nötig, sagte Busse. Wie diese aussehe und der genaue Weg dorthin seien noch offen, aber sie müsse bald fallen. Zudem müsse man mit den Gewerbetreibenden der Stadt stärker ins Gespräch kommen. „Sie werden allein gelassen“, kritisierte Busse. Er wolle mit den Geschäftsleuten zusammen die Stadt weiterentwickeln.

„Es fehlt eine eindeutige Haltung unserer Stadt zum Thema Windkraft“, fügte Busse dann noch hinzu. Er sei nicht gegen die Windkraft generell. Aber sie solle nur dort genutzt werden, wo sie auch Sinn mache, „und nicht mitten im Naturpark Reinhardswald“.

Das Persönliche

Ja, bei der vorigen Bürgermeisterwahl habe man ihn schon einmal gefragt, ob er kandidieren wolle, erklärte Busse freimütig. Doch damals habe der Kontext nicht gepasst: frisch verheiratet, gerade erst Vater geworden, die Familienplanung noch nicht abgeschlossen, dazu neue Herausforderungen im Job – da gab es andere Prioritäten für ihn. Doch jetzt will er den Schritt, nach Absprache mit der Familie, wagen.

Im vergangenen halben Jahr habe er immer mehr die Überzeugung gewonnen, dass eine Kandidatur für ihn in Frage komme, erläuterte Busse gegenüber der HNA. Mit seiner Frau Sabrina, mit seinen Eltern habe er sich beraten. Alle hätten ihn bestärkt. Mit so einem Rückhalt habe er für sich dann entschieden: „Ja, das mache ich.“

Aus dem Rathaus komme nicht viel, kritisierte er in der Versammlung. Daher wolle er sich einbringen: „Eine gewisse Verantwortung tragen wir alle für unsere Heimatstadt“, erklärte Busse, der zeitlebens im Stadtteil Hümme wohnt. Es gebe Zeiten, da könne man nicht Nein sagen.

Der Ausblick

Dass zur Kandidatenkür nicht nur CDU-Mitglieder eingeladen wurden, sondern weitere Menschen aus dem öffentlichen Leben, möchte Torben Busse als Signal für den Wahlkampf und auch die Zeit nach einem möglichen Wahlsieg verstanden wissen. Man wolle über Parteigrenzen hinaus möglichst viele Einwohner erreichen, mit ihnen gemeinsam Ideen entwickeln, auch wenn man sicher nicht immer einer Meinung sei, und auf dieser breiten Basis die Stadt Hofgeismar voranbringen. „Wir wollen uns austauschen, das soll die Leitlinie sein.“

Wie das genau im Wahlkampf ablaufen soll, der ja auch von Coronaregeln geprägt sein wird, darüber muss sich nun auch Torben Busse mit seinen Unterstützern genauer Gedanken machen. Denn auch er weiß: 100 Prozent bei der Kandidatenkür, das ist ein starkes Zeichen. Bis ins Rathaus der Dornröschenstadt ist es aber noch ein langer Weg. (Matthias Müller)

Zur Person

Torben Busse (44) wurde in Hofgeismar geboren und wuchs im Stadtteil Hümme auf, wo er noch heute mit seiner Ehefrau Sabrina, einer Tochter (4) und einem Sohn (7) lebt. Der Diplom-Verwaltungswirt und Master of Public Administration (Verwaltungswissenschaftler) ist als Leiter der Informations- und Kommunikationsdienste der Ev. Landeskirche von Kurhessen-Waldeck tätig.

In der Hofgeismarer Politik hat Busse bereits viele Jahre lang Erfahrungen gesammelt. So war er unter anderem Ortsvorsteher in Hümme sowie von 1997 bis 2018 Stadtverordneter für die CDU, davon acht Jahre als Fraktionsvorsitzender.

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