Hobbyastronomen fotografierten Mondfinsternis

Auf Warthübel bei Hombressen: Erfolgreiche Jagd auf Supermond

Die Objektive sind ausgerichtet: Dirk Ewers (links) und Johann Spuling beobachteten die totale Mondfinsternis am Montagmorgen und hielten das Ereignis fotografisch fest. Fotos: privat 

Hofgeismar. Die totale Mondfinsternis am frühen Montagmorgen haben sich auch die beiden Hofgeismarer Hobby-Astronomen Johann Spuling und Dirk Ewers selbstverständlich nicht entgehen lassen.

Schon stunden vor dem Himmelsereignis hatten sie sich auf dem Wartehübel bei Hombressen positioniert und ihre Kameras in Stellung gebracht. Im folgenden berichten die beiden über den Ablauf. „Um 1.45 Uhr begannen wir mit dem Aufbau unserer Ausrüstung, den wir vor Eintritt des Mondes in den Kernschatten (3.07 Uhr) beendeten.

Der Mond erleuchtete die Umgebung so gut, dass man sogar ohne zusätzliche Beleuchtung die Ausrüstung aufbauen konnte. Beim Blick durchs Fernrohr herrschte sogar Blendung.

Von hell Gelb bis Kupferrot: Der Mond in der Totalität zeigte eine breites Farbspektrum.

Mit nur noch 3 Grad Celsius reichte die Nachttemperatur wohl zum ersten Mal an den Frostbereich heran. Der sogenannte „Supermond“ erschien um etwa 14 Prozent größer als bei seiner größten Erdferne. Dies konnte man mit dem bloßen Auge gut erkennen. Während der totalen Phase stand der Vollmond etwa 30 Grad über dem Südwesthorizont im Sternbild Fische.

Trotz der frühen Stunde trafen um den Totalitätsbeginn herum einige weitere Besucher an der Friedenseiche über Hombressen ein. Bei völliger Windstille zeigten sich alle Beobachter von dem Himmelsereignis beeindruckt.

Während der Totalität verdunkelte sich der Himmel ähnlich der Bedingungen bei Neumond. Die Milchstraße und viele Sternbilder waren mit bloßem Auge zu erkennen. Auch die Bedeckung von Sternen durch den weiter wandernden Mond konnte in den Teleskopen verfolgt werden.

Schon bei Eintreffen an der Friedenseiche konnte man über Hofgeismar, Carlsdorf und später auch Hombressen Nebelbänke in den Tälern erkennen.

Etwa zur Mitte der totalen Phase stieg auch an unserem Standort der Nebel immer höher, erfreulicherweise blieb aber der Blick auf den verdunkelten Mond weiterhin möglich. Lediglich nach der totalen Phase zogen leichte Nebelschwaden vor den Erdtrabanten und bildeten einen Halo (Lichtring um den Mond).

Das Farbspektrum des verfinsterten Mondes reichte von einem hellen Gelb über verschiedene Orangetöne bis hin zu Kupferrot.

Während der totalen Phase waren für das Aufnehmen von Fotos Belichtungszeiten von mehreren Sekunden erforderlich. Zusätzlich war die Einstellung einer höheren Empfindlichkeit bei den Kameras notwendig.

Selbst mit kleineren Teleobjektiven konnten so bereits gute Ergebnisse erzielt werden. Bei den verwendeten Teleskopen wurde darauf geachtet, dass die maximale Brennweite nicht über 1000 mm lag, da sonst der Mond nicht mehr vollständig in den Bildausschnitt gepasst hätte.

Nach 5 Uhr setzte Taubildung ein. Nachdem sich die Feuchtigkeit immer mehr auf den Optiken niederschlug, begannen wir mit dem Abbau der Instrumente.“

Von Johann Spuling und Dirk Ewers

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