„Im Ernstfall Täter fest treten“: Blaulichttag an der Käthe-Kollwitz-Schule

Training mit Roller und Rollstuhl Jürgen Busse (links) und Franz Wagner (rechts) von der Verkehrswacht Kassel hatten für die Schüler einen Parcours aufgebaut. Yannik Grossmann (Mitte) versuchte sein Glück. Foto: Temme

Hofgeismar. Wie verhalte ich mich, wenn jemand kollabiert? Was ist zu tun bei körperlichen Übergriffen? Oder: Was für Gefahren lauern im Internet? Außergewöhnliche, aber auch alltägliche Situationen wurden am Mittwoch beim Blaulichttag an der Käthe-Kollwitz-Schule Hofgeismar mit verschiedenen Fachleuten erörtert und trainiert.

„Wenn beispielsweise ein Kind einen Unfall hatte und der Rettungsdienst kommen muss, wissen unsere Schüler nun, dass dieses nichts Beängstigendes ist“, sagte Konrektorin Lydia Stumm, „den heutigen Tag kann man unter dem Motto Helfer zum Anfassen zusammenfassen.“ Nicht nur das Deutsche Rote Kreuz und die Johanniter, sondern auch Polizei, Feuerwehr, Verkehrswacht, DLRG und Pro Familie klärten die geistig und körperlich eingeschränkten Kollwitz-Schüler über ihre Arbeit auf und boten einiges zum Mitmachen an.

Je nach Alter und Behinderungsgrad nahmen die Klassen an den Schulungen teil. Einige wurden beispielsweise darin unterrichtet, wo private Fotos im Internet landen können. Andere lernten einen Rettungswagen von innen kennen und probierten aus, wie es sich anfühlt, auf der Bahre angeschnallt zu sein. Dass sich niemand von Fremden anfassen lassen muss, vermittelte ein Selbstverteidigungstrainer. „Im Ernstfall fest zwischen die Beine des Täters treten und ihm mit der Hand ins Gesicht und auf die Ohren schlagen“, riet Christoph Lerner den Schülern.

Um Grenzen ging es ebenfalls beim Angebot von Pro Familia, die mit den Mädchen und Jungen übten klar „Nein“ zu unangenehmen Situationen zu sagen. Weiterhin ging es um die Sicherheit beim Baden und die Arbeit der Feuerwehr. Um Scheu zu verlieren, durften die Kinder auch ein Feuer löschen und in eine Uniform schlüpfen. „Es ist unglaublich wie viele Freude sie haben, wenn sie fehlerfrei unseren Parcours mit Roller oder Rollstuhl durchfahren“, sagte Franz Wagner. Auch wenn sie in der Regel nicht allein im Straßenverkehr unterwegs seien, so hätten sie ihre Motorik trainieren können und Gefahren erkannt. Da der Blaulichttag stets gut ankommt, soll er wiederholt werden.

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