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Erntebilanz im Kreis Kassel: Trockenheit führt zu Unterschieden bei Erträgen

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Von: Daria Neu, Bea Ricken

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Der Sommer 2022 war heiß und trocken. Die Erntebilanz ist im Landkreis Kassel aber kein Totalausfall. Ein Grund ist der regenreiche Winter 2021/22.

Kreis Kassel - Eine eindeutige Erntebilanz können die Landwirte aus dem Kreis Kassel in diesem Jahr nicht ziehen. Kreislandwirt Jörg Kramm erklärt: „Die Erträge schwanken stark.“ Das liege an der anhaltenden Trockenheit, die im Sommer insbesondere Kulturen wie Kartoffeln, Mais und Rüben, aber auch dem Grünland dramatisch zugesetzt hätte. Die Ernte von Gerste, Weizen und Raps sei hingegen gut gelaufen. Und auch bei den Aussaaten fürs kommende Jahr seien schon jetzt potenzielle Gewinner und Verlierer erkennbar.

Die Wasserversorgung in Kombination mit dem Bodentyp seien entscheidende Faktoren beim Wachstum der Pflanzen auf dem Feld. Tief durchwurzelbarer Lehmboden, wie man ihn im Landkreis vor allem in den Fluss-auen findet, habe ein hohes Wasserhaltevermögen, erklärt Stefan Kremper, Pflanzenbauberater des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen (LLH). Böden mit hohem Tongehalt trockneten hingegen unheimlich schnell aus. „In solchen Böden waren im Sommer so tiefe Risse, dass man darin sein Handy verlieren konnte“, verdeutlicht Kremper. Schlechtere Böden würde es in Regionen wie am Dörnberg geben.

Da der vergangene Winter ein regenreicher war, hätten die Winterungen (Gerste, Weizen, Raps) vergleichsweise gute Karten gehabt. „Sie konnten vom gespeicherten Wasser profitieren“, sagt Kramm. „Die Verlierer sind die Sommerungen, deren kleine Keimlinge den Bedarf im April gehabt hätten.“

Sie wachsen nebeneinander und sind trotzdem völlig verschieden groß: Die Trockenheit hatte vielerorts auch Auswirkungen auf die neue Rapsaussaat.
Sie wachsen nebeneinander und sind trotzdem völlig verschieden groß: Die Trockenheit hatte vielerorts auch Auswirkungen auf die neue Rapsaussaat. © Daria Neu

Kreis Kassel: Regenreicher Winter rettet Ernte nach trockenem Sommer

Nach der Ernte kümmern sich die Bauern nun schon längst um die Aussaat fürs nächste Jahr. Kremper betont hierzu: „Der Niederschlag Mitte September war dafür extrem wichtig.“ Der Boden sei nun viel besser zu bearbeiten. Für die Gerste- und Weizenaussaat sei der Regen absolut passend gekommen. „Für den Raps kam der Niederschlag allerdings zu spät.“ Hierbei seien vielerorts wieder äußerst unterschiedliche Bestände zu erkennen.

An guten Standorten sei die Rapsernte tatsächlich gut, sagt Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer vom Kreisbauernverband. Überraschend positiv habe auch die Getreideernte abgeschnitten. Traurig sähen dagegen die Ergebnisse bei Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais aus. „Da haben wir aufgrund der Trockenheit ein Drittel weniger erzielt.“ Ähnlich mies seien die Grünlanderträge ausgefallen. Nach dem zweiten Schnitt wäre kein Gras mehr nachgewachsen. Erst jetzt sei noch etwas nachgekommen. (Daria Neu und Bea Ricken)

Kaum ein anderes Gemüse ist so typisch für den Herbst wie der Kürbis. Bei der Kürbisernte gibt es einiges zu beachten, denn Fehler sind veheerend.

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