Jugendliche durften kontrolliertes Feuer löschen

Das erste Mal am Feuerlöscher: Brandschutz für Flüchtlinge

+
Neue Erfahrung: Mahamud Abdulkarim löscht das Feuer unter Aufsicht des Brandschutzbeauftragten Mark Bornhage (rechts). Die Schulung war ein Wunsch der Flüchtlinge.

Hofgeismar / Grebenstein. Zum ersten Mal in seinem Leben hält Mahamud Abdulkarim einen Feuerlöscher in der Hand. Die Löschdüse ist auf die Flammen gerichtet.

Dem Elfjährigen steht die Aufregung ins Gesicht geschrieben. Er drückt den Knopf, ein Wasserstrahl schießt aus der Düse und erstickt das Feuer. Die Umstehenden jubeln und klatschen.

Mahamud und elf weitere junge Flüchtlinge aus der Unterkunft in Grebenstein nehmen an einer Brandschutzunterweisung auf dem Gelände der Feuerwehr Hofgeismar teil. Zwei Betreuerinnen aus der Unterkunft begleiten sie. Der Koordinator für Brandschutzaufklärung Mark Bornhage informiert die Jugendlichen über die richtige Benutzung eines Feuerlöschers, aber auch über die Vermeidung möglicher Brandursachen.

„Rauchen in Gebäuden führt immer wieder zu Bränden. Deshalb solltet ihr am besten nur draußen rauchen“, erklärt Bornhage. Auch Akkus von Handys und Laptops, die unbeaufsichtigt laden, können Brände verursachen. Die Schulung soll bei allen das Bewusstsein stärken, wie solche Gefahren entstehen können.

Bei einer praktischen Übung darf jeder der Jugendlichen einmal unter Aufsicht ein kontrolliertes Feuer löschen. Das macht offenbar Spaß: Viele wollen am liebsten ein zweites oder drittes Mal löschen.

Bei einer Führung durch die Feuerwehr zeigt Bornhage die verschiedenen Fahrzeuge. Jungs dürfen ins Führerhaus klettern, Teile der Uniform anprobieren und mit einer 50 Kilogramm schweren Puppe üben, eine Person zu retten. Bornhage erzählt auch von der Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr. Da spitzt mancher Flüchtling die Ohren.

Auf eigenen Wunsch hier 

Feuerwehr- Führung: Mark Bornhage zeigt, wie ein Hydrant aufgestellt wird.

Die Jugendlichen hören dem Feuerwehrmann gespannt zu. „Sie sind auf eigenen Wunsch hier“, erzählt Betreuerin Naziha Maazouz. „Sie wollten gerne lernen, wie man einen Feuerlöscher bedient.“ Dirk Lindemann, stellvertretender Wehrführer in Grebenstein, war von Mitarbeitern der Unterkunft auf das Thema angesprochen worden und hatte die interessierten Flüchtlinge nach Hofgeismar vermittelt.

„Solche Schulungen bringen am meisten und sind effektiver als zum Beispiel das Verteilen von Flyern“, so Bornhage. Es ist das erste Mal, dass er Flüchtlinge im Brandschutz geschult hat. Er sei gerne bereit, weitere Schulungen anzubieten, falls es Interessenten in anderen Flüchtlingsunterkünften gäbe. Die entsprechenden Betreuer können sich bei ihm melden.

Höhepunkt des Ausfluges ist der Leiterwagen mit einer 30 Meter hohen Drehleiter, den einer der Feuerwehrleute auf den Hof fährt. Wer möchte, darf probeweise in den heruntergelassenen Korb klettern. Mahamud und der dreizehnjährige Ayman Suleiman sind sofort begeistert und stürmen als Erste in den Korb. Mit der Leiter nach oben fahren dürfen sie aber aus Sicherheitsgründen nicht.

Von Lilli Elsebach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.