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Kasseler Regisseurin startet Dreh für „Am Ende des Sommers“

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Von: Daria Neu

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Beim Drehstart für den Kinofilm „Am Ende des Sommers“: hinten von links Kameramann Johannes Louis, Produzentin Kirsten Lukaczik, die Kasseler Regisseurin Frauke Lodders, die Schauspieler Bettina Zimmermann, Flora Li Thiemann und Mark Waschke, Förderreferentin Christiane Leonhardt sowie vorn von links die Schauspieler Michelangelo Fortuzzi, Seumas Sargent und Karoline Eichhorn.
Beim Drehstart für den Kinofilm „Am Ende des Sommers“: hinten von links Kameramann Johannes Louis, Produzentin Kirsten Lukaczik, die Kasseler Regisseurin Frauke Lodders, die Schauspieler Bettina Zimmermann, Flora Li Thiemann und Mark Waschke, Förderreferentin Christiane Leonhardt sowie vorn von links die Schauspieler Michelangelo Fortuzzi, Seumas Sargent und Karoline Eichhorn. © Daria Neu

Es wird emotional und dramatisch: Im Spielfilm „Am Ende des Sommers“ gerät ein Geschwisterpaar mit sich und den Werten ihrer Familie in Konflikt. Die Dreharbeiten starteten im Kreisteil Hofgeismar.

Kreisteil Hofgeismar – Dass Bettina Zimmermann eine Powerfrau ist, kann man auf den ersten Blick sehen. Die 47-Jährige spielt Mutter Esther im Familiendrama „Am Ende des Sommers“. Es ist das Spielfilmdebüt der Kasseler Regisseurin Frauke Lodders. Und das verlangt Energie, Emotionen und Authentizität. Kurz bevor es vonseiten der Regie „Ruhe bitte“ heißt, lacht die erfahrene Schauspielerin noch einmal ihren Kollegen Mark Waschke (50 Jahre) an, der sich gerade noch die letzten Fusseln vom Sakko zupft. Er spielt ihren Ehemann David.

Dann sind alle vollkommen in ihrer Rolle. Rund 40 Augenpaare – ein großes Team steht mit Kamera, Kostümen und Requisiten bereit – sind auf die fiktionalen Eltern und zwei Teenager gerichtet. Sie werden von Michelangelo Fortuzzi und Flora Li Thiemann verkörpert. Die kurze Szene, die in ländlicher Idylle nahe eines kleinen Schwedenhauses im Kreisteil Hofgeismar gedreht wird, macht schon innerhalb von wenigen Sekunden deutlich: Dieser Film erzählt eine ergreifende Geschichte.

Im Zentrum steht das Geschwisterpaar Hanna und Timo, das in einer streng konservativen Familie aufwächst. Als Timo entdeckt, dass er homosexuell ist und auch Hannas Interessen mit den Werten ihrer Eltern unvereinbar werden, geraten sie mit sich und der Umwelt in Konflikt.

„Das Thema Selbstbestimmung hat mich schon immer beschäftigt“, begründet Frauke Lodders ihre Idee. Nach ihrem Dokumentarfilmdebüt „Unzertrennlich“ hatte die 38-Jährige bereits sehnsüchtig auf den Drehstart für „Am Ende des Sommers“ gewartet. Hinter und vor ihr und ihrem Team liegen anstrengende, bewegende, aber auch erfüllende Tage. „Wer einen Film schreibt, muss extreme Wechsel aushalten können.“ Auf monatelanges Schreiben und Recherchieren folge oft eine lange Zeit des Wartens. Der Finanzierungsprozesse und ausführliche Castings seien nur zwei von vielen Schritten, die gegangen werden müssten, bevor dann endlich die erste Klappe falle. „Und dann kommen sie, die 15-Stunden-Tage“, erzählt Lodders und lacht. Der Job sei weniger glamourös, als man ihn sich vorstelle. Die Kasseler Regisseurin liebt ihn dennoch: „Man macht das alles aus Liebe zur Geschichte.“

Diese Leidenschaft sei es auch, die das Projekt förderwürdig mache. Förderreferentin Christiane Leonhardt von der Hessen Film, die das Projekt mit einer Million Euro unterstützt, betont: „Uns ist es wichtig, Nachwuchs-Filmemacher in der Region zu halten.“ Dass die Dreharbeiten rund um Kassel stattfinden, sei ein wichtiges Signal. „Wir wollen zeigen: In Hessen gibt es filmisch viel mehr zu entdecken als nur die Skyline in Frankfurt“, sagt Leonhardt. Im Kreisteil Hofgeismar zu drehen, lag Lodders selbst am Herzen: „Ich möchte Geschichten in meiner Heimat erzählen. Dort, wo es noch keine abgenutzten Bilder gibt.“ (Daria Neu)

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