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Erster Interessent für die Sababurg

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Von: Thomas Thiele

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Das Bild zeigt die Ruine des Rittersaales mit den angrenzenden Hoteltürmen und davor den Rosengarten mit einige Blüten.
Der Hotel- und Restaurantbetrieb auf der Sababurg ist seit längerem wegen Bauarbeiten geschlossen. Im Sommerhalbjahr sind die Außenanlagen (im Bild Palas und Rosengarten) allerdings für Besucher geöffnet, es gibt ein kleines Kulturprogramm mit Dornröschen und eine Imbissmöglichkeit. © Thomas Thiele

Im fünften Jahr seit Schließung des Hotels und Restaurants auf der Sababurg hat sich ein erster Interessent für den Weiterbetrieb zu erkennen gegeben.

Sababurg. Die Abbrucharbeiten am bereits 2018 geschlossenen Hotel- und Restaurantanbau auf der Sababurg sollen nach Angaben der Immobilienverwaltung des Landes Hessen in wenigen Wochen beginnen. Sie waren zuvor ins Stocken geraten. Obwohl es bis zum Beginn des Neuaufbaus und zur Neuverpachtung noch ein bis zwei Jahre dauern wird, ist jetzt ein erster von vermutlich mindestens drei Interessenten an die Öffentlichkeit gegangen. Ein aus Immenhausen stammender, in Hamburg und auf Sylt tätiger Unternehmer hat mit Unterstützung der Touristik-Fakultät der Uni München ein Nutzungskonzept vorgelegt.

Seit der Schließung des Hotel- und Restaurantbetriebs im April 2018 und der anschließenden Entkernung hat sich wenig im als Dornröschenschloss bekannten Bau auf dem Vulkankegel der Sababurg getan. Nach Verzögerungen durch einen Rechtsstreit um die Architektenleistungen sollen die Abbrucharbeiten am Hotel- und Restaurantanbau nun in wenigen Wochen beginnen, bestätigte der Landesbetrieb Bau- und Immobilien Hessen (LBIH) am Dienstag nochmals auf Anfrage der HNA. Die Planungen zur Vorbereitung der Ausschreibung für die künftige Neuverpachtung laufen noch, sie werden parallel zu den anstehenden Bauarbeiten konkretisiert, die 2024 beginnen sollen.

Kjell Herrmann Architekt und Unternehmer
Kjell Herrmann Architekt und Unternehmer © Thiele, Thomas

Tourismus-Fachleute helfen

Weil das ursprünglich für dieses Jahr geplant war, hat der aus Immenhausen stammende Sylter Architekt und Unternehmer Kjell Herrmann sich im vergangenen Jahr mit der Situation auf der Sababurg beschäftigt und gemeinsam mit Studenten der renommierten Touristik-Fakultät der Uni München eine Machbarkeitsstudie entwickelt, die die Chancen für einen Weiterbetrieb der Saba-burg untersucht. Nachdem zuerst der Mikrostandort Sababurg und seine Wechselbeziehungen untersucht wurden, will er in diesem Jahr mit dem Sommersemester 2023, unterstützt durch die Partneruniversität Weihenstephan, mit 20 bis 30 Studierenden auch noch die regionalen Bezüge und Auswirkungen im Makrostandort Nordhessen untersuchen.

Bewerbung geplant

Auf Basis des Gesamtergebnisses dieser Untersuchung will sich Unternehmer Herrmann dann im weiteren Verfahren als Pächter für die Sababurg bewerben. Es gibt offenbar noch zwei weitere Interessenten, die sich aber noch nicht öffentlich dazu bekannt haben.

Nach Ansicht Herrmanns und der Studierenden hat der Standort Sababurg gute Chancen, wenn er an die aktuelle Entwicklung und an die Bedürfnisse der Menschen in der Region angepasst wird, weil ein Großteil der Sababurg-Besucher aus der Region kommt.

In einem großen hellen Raum steht eine Gruppe junger Menschen , vorne dicht vor der Kamera steht ihr Professor und spricht in die Kamera.
In einer Online-Konferenz stellten die Touristik-Studenten Anna Feigl, Jessica Pirron, Karina Morbitzer, Laura Büchl, Laura Glanz, Lena Kurz, Leon Bauermeister mit Professor em. Dr. Theo Eberhard ihre Machbarkeitsstudie für die Sababurg vor. © Thomas Thiele

Exkursionen zur Burg

Die Touristik-Studenten waren vergangenes Jahr für mehrere Exkursionen in der Region, um mit einheimischen Fachleuten, mit Besuchern, Touristen und Einwohnern zu sprechen.

Details nur wenigen bekannt

Das Ergebnis ihrer Analyse präsentierten sie am Montagabend in einer Online-Konferenz, wobei allerdings eine Reihe von Details angesichts der Konkurrenzsituation noch der Verschwiegenheit unterliegt. Die angehenden Touristiker untersuchten zum Beispiel die Herkunft der Burgbesucher, ihre Erwartungen an den Besuch und das Naturumfeld, die Berücksichtigung kleiner und größerer Besuchergruppen in den 2021 bekannten Architektenkonzepten was Angebot, Ausstattung und Raumkapazitäten angeht. Sie legten außerdem Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit pro Besucher vor, welcher Personalbedarf besteht und welche Ausstattung geboten werden müsste. Das Land hat der Stadt Hofgeismar bereits zugesichert, dass die seit langem angebotenen Trauungen weiter stattfinden sollen.

Professor Dr. Theo Eberhard nannte die Sababurg mit ihrem Umfeld ein Gesamtkunstwerk, das es neu zu erschließen gelte. Die Märchenthematik sei unverzichtbar. Die Events seien ausbaufähig für mehr Zielgruppen.

Laut LBIH sollen die tatsächlichen Neubauarbeiten im Frühjahr 2024 beginnen. Nach letztem Stand ist eine Eröffnung des Hotel- und Restaurantbetriebes für 2026 vorgesehen.

Links im Bild ist ein typischer 70er Jahre Bau mit Waschbeton und Sichtbeton zu sehen, in der Mitte ein historisches Gebäude und rechts Mauern einer Ruine mit Turm
Die Vorbereitungen für den endgültigen Abriss der neuzeitlichen Hotel- und Restaurantanbauten (ganz links) zeigt das Foto vom Januar 2020. Seitdem hat sich auf der Baustelle kaum noch etwas getan. Im Vordergrund steht eine Baumaschine mit Baggerschaufel. © Thomas Thiele

Ziele des Landes Hessen

Seine eigenen Vorstellungen hatte das Land Hessen bereits früher bekanntgegeben. Weil das Land Hessen seit langem eine Komplettsanierung des fast 50 Jahre alten Hotel- und Restaurantbetriebs auf der landeseigenen Sababurg plante, wurde der Pachtvertrag mit den Betreibern nicht verlängert und der Betrieb 2018 geschlossen. Laut Pressemitteilung steht das Land Hessen zu seinen Plänen, einen erfolgreichen Betrieb der Burg als Hotel, Restaurant und Veranstaltungsort auch in Zukunft zu ermöglichen.

Zukunftssicher machen

Ziel sei es, an die erfolgreiche Vermarktung als Dornröschenschloss anzuknüpfen und die besondere Aura der Sababurg zu erhalten. Ein zeitgemäßer, langfristig orientierter Hotel- und Gaststättenbetrieb könne diese touristische Marke unterstützen und zukunftssicher machen: „Das neue Hotel mit Restaurant an der Sababurg soll ein attraktives Ziel werden, sowohl für Gäste aus der näheren Umgebung als auch für nationale und internationale Reisende, die an Kultur, Geschichte und Natur interessiert sind.“ (Thomas Thiele)

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