Hausdach als neues Zuhause

Erstmals Störche in Hümme - Zwei setzten sich bei Kampf um Nest durch

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Zwei Störche haben das Nest bezogen, das zwei Jahre auf einem Dach an der Brückenstraße auf Bewohner wartete. Sie wurden Cornelia (links) und Emmenrich (mit Ring) getauft.

Zum ersten Mal seit der großflächigen Rückkehr der Störche wird nun wohl auch in Hümme ein Paar brüten.

Nachdem ein an der Babywiese im Diemeltal aufgestellter Horst noch keine Bewohner fand, hat nun ein Paar am gegenüberliegenden Dorfrand nahe der Esse das Nest auf dem Hof von Bernhard Huth und Bärbel Jordan bezogen.

Sechs Störche hatten sich um den Nistplatz gestritten, und am Ende waren Cornelia und Emmenrich, wie die Tiere getauft wurden, die Sieger. Vor etwa zwei Wochen waren sie aufgetaucht, verfolgten pflügende Traktoren auf der Suche nach freigelegtem tierischem Futter und begannen dann, mit zusammengesuchten Zweigen das Nest zu vervollständigen.

Störche bekommen auch Besuch

Gebaut wurde es vor zwei Jahren von einem Dachdecker aus Gottsbüren und einem Zimmermann aus Hümme, die ein massives Metallrohrgerüst auf dem Dachfirst montierten. Anlass war, dass sich Störche vor drei Jahren schon einmal intensiv das Dach angesehen hatten, aber keinen Halt zum Nestbau fanden. Den ersten Auftritt von Störchen in Hümme fanden Nachbarn schon bedeutsam, erzählt Bärbel Jordan. Und es bewahrheitete sich: Etwa zehn Monate später bekam ihre Schwiegertochter ein Kind.

Es dauerte aber noch mal zwei Jahre, bis die Störche wiederkamen und jetzt das Nest fertigbauten. Voriges Jahr war der einbeinige Storch Karl schon mal da und hatte einiges vom vorinstallierten Nistmaterial davongetragen. Und auch jetzt kommt er ab und zu vorbei, um dem Storchenpaar auf dem Horst einen Besuch abzustatten. Bisher vertragen sie sich und Karl verlässt das Nest auch immer wieder, berichten Bärbel Jordan und Reinhard Huth.

Großes Interesse am Storchen-Paar

Die Hümmer seien stolz, dass ihr Dorf jetzt auch Störche hat. Oftmals stehen Fußgänger und Radfahrer mit Ferngläsern und Kameras vor dem Hof, um das Storchenpaar zu beobachten. Da beide Tiere noch herumfliegen, sind wohl noch keine Eier gelegt. Aber das Balzverhalten vorige Woche und die Aktivität der Tiere deuten darauf hin, dass es bald soweit ist. Jordan und Huth bedauern, dass sie ihr Bauernhofcafé noch nicht öffnen können, denn das wäre ein idealer Platz zur Vogelbeobachtung. Nächstes Jahr wollen sie auf jeden Fall eine Videokamera am Nest installieren.

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