Auf Modegeschäft folgt Vereinsbüro

Hofgeismarer Marktplatz: Es tut sich was im Quartier

Dort, wo vor kurzem noch ein Modegeschäft am Markt 9 war (Haus im Hintergrund), soll im Juli das Büro des Vereins „Selbstbestimmt Leben – Gemeinsam Wohnen“ öffnen. Eileen Wiedenhof (vorn links) und Kirsten Köster werden als „Stadtteilkümmerer“ dort tätig sein. Sie können auf die Unterstützung von Peter Nissen (von links), Torben Busse und Jochem Wenigmann zählen.
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Leben im Quartier: Dort, wo vor kurzem noch ein Modegeschäft am Markt 9 war (Haus im Hintergrund), soll im Juli das Büro des Vereins „Selbstbestimmt Leben – Gemeinsam Wohnen“ öffnen. Eileen Wiedenhof (vorn links) und Kirsten Köster werden als „Stadtteilkümmerer“ dort tätig sein. Sie können auf die Unterstützung von Peter Nissen (von links), Torben Busse und Jochem Wenigmann zählen.

Die Stadt entwickeln und die Menschen einbinden: Dies gehört zu den Zielen des Vereins „Selbstbestimmt Leben – Gemeinsam Wohnen“.

Hofgeismar - Jetzt kündigte der 2016 gegründete Verein gemeinsam mit der Stadt Hofgeismar und dem Landkreis an, ein eigenes Büro am Markt 9 zu gründen. Quartiersarbeit ist der Schwerpunkt des Vereins. Mit dem Quartier ist dabei ganz Hofgeismar gemeint, nicht nur das Gebiet zwischen Marktplatz und Petriviertel.

Der Verein will die Stadtentwicklung moderieren, koordinieren und organisieren. Dabei sollen unterschiedliche Akteure im Quartiersgebiet zusammengebracht werden. Die Bürger sollen sich durch Beteiligung und Mitbestimmung verantwortlich fühlen für die eigenen städtischen Belange und das Quartier als Lebensraum.

300.000 Euro Förderung vom Land über fünf Jahre

Um diese Aufgabe bewältigen zu können, hat der Verein eine Förderung beantragt. Damit sollen unter anderem das neue Büro renoviert und zwei Mitarbeiter entlohnt werden. Das Land Hessen hat 300 000 Euro über fünf Jahre bewilligt. Das sind drei Viertel der benötigten Summe in Höhe von 400.000 Euro. Das Geld entstammt dem Programm „Förderung von Gemeinwesenarbeit von Stadtteilen/Quartieren mit besonderen sozialen und integrationspolitischen Herausforderungen“. Den Restbetrag muss der Verein selbst aufbringen oder durch Fördergelder akquirieren.

Zu den Sponsoren gehört die Stadt Hofgeismar, die sich mit 50.000 Euro beteiligt. „Als ich am 26. April das Projekt dem Magistrat vorgestellt habe, wurde der Beschluss innerhalb von Minuten gefasst, weil das Projekt so vielversprechend ist“, sagt Bürgermeister Torben Busse. „Nun werden wir beobachten, wie es klappt.“

Nissen: Soziales darf nicht zu kurz kommen

Mit dem Büro am Marktplatz, das am 1. Juli öffnen soll, will der Verein Ansprechpartner für die Bürger sowie Vermittler zwischen Bürgern, Stadt und Politik sein. Ganz wichtig sei die Förderung von Netzwerken, erklärte Vorsitzender Jochem Wenigmann. Er kündigte an, dass man die Räume im Haus Markt 9, wo bisher ein Modegeschäft ansässig war, nach eigenen Bedürfnissen umbauen wolle. Peter Nissen vom Servicezentrum Regionalentwicklung lobte nicht nur die Lage am Markt. Er hob auch hervor, dass die Umgestaltung des Marktplatzes zwar sehr wichtig sei, das Soziale aber nicht zu kurz kommen dürfe.

Eileen Wiedenhof und Kirsten Köster werden die Ansprechpartnerinnen im Büro sein. „Wir werden in der nächsten Zeit Kontakt zu den Menschen, Einrichtungen und Vereinen in Hofgeismar aufbauen und schauen, was auf beiden Seiten fehlt“, kündigen die „Stadtteilkümmerer“ an. „Wir können uns unter anderem einen gemeinsamen Workshop vorstellen oder einen Stadtteilspaziergang. Wir möchten Veranstaltungen organisieren, aber keine Konkurrenz zu dem bestehenden Angebot sein, sondern die Dinge gemeinschaftlich angehen.“ (Gitta Hoffmann)

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