Experten berieten über Ziele für den Reinhardswald

Schatz, den es richtig zu vermarkten gilt: Der Reinhardswald ist das Kernstück des neuen Naturparks, der als Touristenziel richtig präsentiert werden muss. Unser Bild zeigt Forstleute bei einer Besichtigung in einem Waldstück an der Höhenstraße. Archivfoto: Vossen

Hofgeismar. Der Naturpark Reinhardswald als Zugpferd der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Märchenland Reinhardswald ist auf dem Weg:

Am Donnerstag trafen sich 60 Tourismusexperten in der Hofgeismarer Stadthalle, um in Vorträgen und Workshops die Ziele für den Naturpark zu erarbeiten. Danach sollen auch die Bürger noch vor den Sommerferien in den Prozess zur Schaffung des Naturparks eingebunden werden.

Bislang, so sagte Landrat Uwe Schmidt bei einer Pressekonferenz zur Eröffnung der Ideenwerkstatt, habe man noch wenig Fakten. Eine Einbindung der Bürger mache Sinn, wenn man auch etwas zu berichten habe, entgegnete er der Kritik am bisherigen Vorgehen.

An der Diskussion um das Entwicklungskonzept für den Naturpark beteiligten sich Bürgermeister, Vertreter von Naturschutzverbänden, Tourismusbetrieben, Direktvermarktern sowie Bildungs- und Kultureinrichtungen. Ziel war die Frage, wie der Naturpark inhaltlich und organisatorisch gestaltet werden kann, welche wirtschaftlichen und touristischen Potenziale er hat, wie mit identitätsstiftenden Eckpunkten der Kulturlandschaft umgegangen wird und wie das weitere Antragsverfahren läuft. Speziell dafür müssten konkrete Vorstellungen erarbeitet werden, erläuterte der Landrat: „Wir wollen eine große Akzeptanz in der Region für den Antrag auf Ausweisung eines Naturparks, weil diese unsere Chancen auf ein positives Votum aus Wiesbaden erhöht“.

Dafür greift der Landkreis auf die Vorarbeiten für die Touristische Arbeitsgemeinschaft (TAG) Märchenland Reinhardswald zurück, der Bad Karlshafen, Fuldatal, Grebenstein, Hofgeismar, Immenhausen, Liebenau, Trendelburg und der Forstgutsbezirk Reinhardswald sowie als Partner Oberweser und Wahlsburg angehören. Seit November hat ein Kasseler Planungsbüro für die TAG ein Entwicklungskonzept erarbeitet, das von Sonja Kunze am Donnerstag in den Workshops vorgestellt wurde und das nun mit einfließt. Teilweise waren die Erkenntnisse schon früher diskutiert worden, teilweise aber auch neue Ideen. Es ging zum Beispiel um bessere Vermarktung regionaler Produkte und Beweidung von Huteflächen durch Schweine.

Frappierend war ein Vortrag über die TAG im Hasetal bei Osnabrück, das vor 25 Jahren eine völlig unbekannte Gegend war und heute ein Touristenziel mit 20 festangestellten Mitarbeitern ist.

Die vier Workshop-Gruppen tagen erneut im April und Mai und werden sich dann aus den bisher entwickelten Grundlagen intensiver mit den Themen Kultur und Städteentwicklung, Naturpark, Aktivtourismus sowie Identifikatuion und Wertschöpfung befassen. Es ist geplant, das neue Naturparkzentrum in den neugestalteten Eingangsbereich des Tierparks Sababurg zu integrieren. Am Freitag fanden weitere Gespräche mit den beteiligten Bürgermeistern statt. Alle Ergebnisse der Workshops sollen dann baldmöglichst öffentlich diskutiert und in mehreren Bürgerinformationsveranstaltungen beraten werden. Dabei sei man offen für Anregungen und Veränderungen, betonte Landrat Schmidt.

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