Fabian und Eliane Menzel: Auftritt in Hofgeismar

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Begeisterten in der Altstädter Kirche: Eliane Menzel, Oboist Fabian Menzel und Pianistin Maria Conti Gallenti.

Hofgeismar. Die bundesweit angesehen Musiker Fabian und Eliane Menzel waren in Hofgeismar zu Gast. Sie stammen aus der Region.

Das spannende an Hausmusik innerhalb der Familie ist mitunter, für die zufällig zur Verfügung stehende Besetzung die passende Musik zu finden. Oboist Fabian Menzel und seine Tochter Eliane (Violine) haben es sich für ihr Konzert in Hofgeismar nicht so einfach gemacht, abwechselnd Solowerke für die beiden Instrumente aufzuführen.

Zusammen mit der Pianistin Maria Conti Gallenti bescherten die Menzels dem Publikum in der voll besetzten Altstädter Kirche mit einem tiefen Griff in die Kammermusikliteratur und eigener Kreativität die eine oder andere Klangentdeckung.

Barock und Frühklassik mit ihren oft variablen Besetzungen sind immer eine lohnende Anlaufstelle für Trios und so begann das Konzert mit Carl Philipp Emanuel Bachs h-moll-Trio in flottem Tempo und lebendig phrasiert.

Ein Originalwerk für Oboe, Violine und Klavier stammt vom französischen Komponisten Georges Migot (1891-1976). Lautmalerisch, ganz auf Klang und harmonische Färbungen bedacht, beschäftigt sich das Stück mit der hereinbrechenden Dunkelheit und dem Gesang der Nachtigall. Eliane und Fabian Menzel und Maria Conti Gallenti beeindruckten hier mit bis in die Nuancen perfekt abgestimmter Dynamik.

Die Trio-Serenade von Robert Kahn (1865-1951) ist ein Beispiel für Werke, die vom Komponisten selbst in unterschiedliche Fassungen gebracht wurden, auch um den potenziellen Käuferkreis für die Noten zu vergrößern. Das Trio in Hofgeismar bot mit Violine, Englischhorn und Klavier eine angenehm ausgewogene Version an.

Mehr und mehr übernahm Eliane im zweiten Teil die musikalische Führung in den Triosätzen. Am Ende kamen eigene Arrangements von Fabian Menzel zu Gehör: aus Mozart’schen Kirchensonaten formte er unterhaltsame und für Zuhörer wie Ausführende höchst lohnenswerte Kammermusikstücke. Ebenso von Menzel aufbereitet in den Zugaben der Ausschnitt eines Brandenburgischen Konzertes, in dem Johann Sebastian Bach kunstvoll die solistische Oboen- und Geigenstimme verflochten hat.

Natürlich wurden auch die Freunde virtuoser Geigenmusik nicht enttäuscht. Die Spanische Symphonie von Édouard Lalo mit ihren technischen und klanglichen Extremen ging Eliane Menzel kompromisslos rasant an und bekam nach der großen Emotion des dritten Satzes lautstarken Applaus.

Mit Mozart und in den Zugaben Saint-Saëns zeigte sie weitere Facetten. Fabian Menzel verlieh Beethovens Hornsonate mit seinem Englischhorn Transparenz und Leichtigkeit, virtuos am Ende Schumanns Adagio und Allegro, gespielt mit der Oboe.

Für den roten Farben durch die Abwechslung der Epochen, Formate und Stile sorgte Maria Conti Gallenti mit ihrem Klavierpart. Für alle drei gab es am Ende langen heftigen Applaus. (zlö)

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