„Sind regelrecht überrannt worden“

Fahrradnachfrage steigt während der Coronakrise enorm an

Jörg Brunst, Inhaber des Fahrradgeschäfts Zweirad Center Brunst in Hofgeismar, steht in seinem Laden vor vielen Fahrrädern.
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In der Coronazeit ist die Nachfrage nach Fahrrädern extrem gestiegen: Auch Jörg Brunst, Inhaber des Fahrradgeschäfts Zweirad Center Brunst in Hofgeismar, hat während der Pandemie sehr viele Fahrräder verkauft.

Vor allem während der Coronakrise haben Fahrradgeschäfte einen außerordentlichen Umsatz gemacht – und machen es immer noch.

Kreisteil Hofgeismar – Die Fahrradnachfrage steigt in der Pandemiezeit auch im Kreisteil Hofgeismar enorm an. Henrik Ulbricht aus der Räderei Carlshafen hat dauerhaft viele interessierte Käufer in seinem Fahrradgeschäft. „Alles ist leer gekauft“, erzählt er. Das Geschäft laufe „Bombe“. In der Zeit gab es eine Menge zu tun, da immer wieder viele Menschen auf einmal vor dem Laden standen. „Es war eine hektische und chaotische Zeit“, erwähnt Ulbricht. Jedoch glaube er nicht, in dieser Zeit deutlich mehr verdient zu haben. Eher wurde in kürzester Zeit das Kontingent verkauft. Pedelecs wurden dabei überwiegend nachgefragt.

Nachfrage-Boom bei heimischen Fahrradhändlern: Viele Kunden warten vor dem Laden

„Wir sind regelrecht überrannt worden“, schildert Jörg Brunst, Inhaber des Fahrradgeschäfts Zweirad Center Brunst in Hofgeismar, die Situation nach der Wiedereröffnung. Es habe sich wie eine Grenzöffnung angefühlt. „Als wir wieder aufgemacht haben, standen 30 Leute bei uns auf dem Parkplatz“, erwähnt Brunst. Aber alle hätten sich sehr diszipliniert verhalten. Er habe in der Coronazeit so viele Räder wie noch nie verkauft. „Das war auch eine logistische Herausforderung, wir waren sehr schnell ausverkauft.“ Mittlerweile seien die Lieferanten nicht in der Lage, neue Fahrräder zu liefern, es könne nichts nachbestellt werden. Das habe aber nicht an der Fahrradsaison gelegen, sondern „definitiv an Corona“.

Viele Kunden würden nicht in den Urlaub fliegen, und da es auch in Teilen von Deutschland überfüllt sei, würden sich einige ein Fahrrad kaufen, wie Brunst ergänzt. Etwa 99 Prozent von den verkauften Rädern seien E-Bikes gewesen. „Da waren alle Altersgruppen und Preisklassen dabei“, fährt Brunst weiter fort. Zudem seien noch viele Reparaturen dazu gekommen und es wurde sehr viel Zubehör gekauft. „Es war das erste Mal, dass sogar die Helme vergriffen waren“, schildert Brunst. „Das waren schon kriegsähnliche Zustände“, betont der Inhaber. Körperlich sei die Zeit grenzwertig gewesen, da es kaum Verschnaufpausen gab und ununterbrochen hart gearbeitet wurde.

Aber auch während der Schließung war der Andrang groß: „Das Telefon stand nicht still.“ Zum Teil waren es 28 Anrufe pro Stunde, die er nicht entgegennehmen konnte.

Nachfrage-Boom bei heimischen Fahrradhändlern: Es werden hauptsächlich E-Bikes verkauft

Im Laden Radsport Kreuch in Grebenstein sei die Nachfrage ebenfalls „enorm gestiegen“, wie Mitarbeiterin Heike Hähnert berichtet. „Die Leute haben offensichtlich mehr Zeit und wollen etwas für ihre Gesundheit tun“, erklärt sie. Scheinbar sei genügend Geld übrig, sich neue Fahrräder anzuschaffen. Viele hatten zunächst Bedenken, ein E-Bike sei doch zu unsportlich. Allerdings sei in den Gesprächen raus gekommen, dass die Menschen nachhaltiger geworden seien, indem sie das Auto nun häufiger stehen lassen. „Ein gewisses Umdenken ist da“, betont Hähnert.

Während Corona wurden bei Radsport Kreuch hauptsächlich E-Bikes verkauft. Aber auch Kinderfahrräder gingen sehr gut. „Die sind schon alle ausverkauft und nicht mehr lieferbar“, ergänzt Hähnert. Oft wurden zudem Packtaschen für Tagestouren benötigt.

Außerdem stieg die telefonische Beratung während der kurzzeitigen Schließung. „Während Corona war die Nachfrage deutlich größer“, fasst die Mitarbeiterin zusammen.

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