Eierkauf direkt ab Stall

Familie Scholle baut Bio-Legehennenstall in Schöneberg

Blick in den Innenraum: Der Stall, der ab Oktober genutzt werden soll, ist in zwei Bereiche unterteilt, wo jeweils 3000 Hühner untergebracht werden.
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Blick in den Innenraum: Der Stall, der ab Oktober genutzt werden soll, ist in zwei Bereiche unterteilt, wo jeweils 3000 Hühner untergebracht werden.

Frische Luft, freier Auslauf und viel Platz zum Picken und Scharren: Unter den Bedingungen sollen von Oktober an 6000 Legehennen in Schöneberg gehalten werden.

Schöneberg – Und zwar im neuen Stall von Landwirt Christian Scholle, der sich mit seiner Frau dazu entschieden hat, künftig Eierproduktion auf Biobasis zu betreiben.

Bisher waren die knapp 100 Kühe und der Ackerbau die Haupteinnahmequelle von Familie Scholle, die sich vor zwei Jahren dazu entschieden hatte von konventionell auf bio umzusteigen. „Zwei Jahre dauert die Umstellung und ab diesem Herbst sind wir dann endlich ein Biobetrieb“, berichtet der 34-jährige Christian Scholle.

Stall kostet eine Millionen

Wie viele seiner Kollegen hat auch der Schöneberger sich für ein weiteres Standbein entschieden: „Falls es mal wieder einen Skandal gibt, so bleiben einem dann wenigstens die Einnahmen aus dem anderen Bereich“, kommentiert er seine Entscheidung für die er tief in die Tasche greifen musste. „Eine Millionen kostet der neue Stall“, berichtet Gattin Kirsten und fügt an, dass sie dafür rund ein Viertel an Fördermitteln aus dem Agrarinvestitions-Förderprogramm des Landes Hessen erhalten würden.

Vor gut zwei Jahren hat sich das Paar dazu entschlossen, Legehennen anzuschaffen. „Da Vegetarismus immer populärer wird, haben wir uns gegen Masthähnchen entschieden“, sagt die 34-jährige Ehefrau. Nur einige hundert Meter entfernt von ihrem Hof unterhalb des Schönebergs ist seit Ostern ein Stall entstanden, der in zwei Bereiche unterteilt ist. „Auf jeder der rund 1000 Quadratmeter großen Flächen werden demnächst jeweils 3000 Hennen mit zehn Hähnen leben“, berichteten die Scholles.

Tiere sind 17 Wochen alt

Eine fünf Hektar große Wiese grenzt an das Hühnerhaus an, auf welchem das Federvieh – ebenfalls in zwei Gruppen getrennt – nach Insekten suchen und Gräser genießen kann. 17 Wochen alt sind die Tiere der braunfedrigen Rasse Lohmann Brown-Classic, wenn sie von Thüringen nach Nordhessen kommen. „Eineinhalb Jahre werden sie dann bei uns bleiben, bevor wir neue bekommen“, erläutert der Landwirt. Dass es nicht ganz billig ist, wieder aufzustallen, daraus machen beide kein Geheimnis: „70 000 Euro kostet es uns, dass der Stall wieder voll wird.“ Die eineinhalb Jahre alten Braunleger landen in der Fleischverarbeitung, werden etwa als Suppenhuhn angeboten.

Ab November soll es die Eier im Verkauf auch am Stall geben. Dort soll erst mal eine Vertrauenskasse eingerichtet werden. Auch Eierlikör und Nudeln von Schöneberger Biohühnern sollen folgen. Beim Start werden auch Studenten des Fachbereichs ökologische Agrarwissenschaften der Uni Kassel zeitweise vor Ort sein. Sie wollen Experimente mit verschiedenen Streu auf der Wiese machen, um später den Nitratgehalt zu messen. (Tanja Temme)

Wiese fürs Biohuhn

Als Bioland-Betrieb muss Familie Scholle jeder Henne vier Quadratmeter an Grünfläche in einem Umkreis von 150 Quadratmetern zur Verfügung stellen. Im Stall müssen die Tiere die Möglichkeit zum Sand- und Staubbaden haben sowie zum Ruhen auf Sitzstangen im oberen Bereich. Dem Futter werden keine künstlichen Farbpigmente hinzugesetzt.

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