Seltene Rasse wieder da

Fast ausgestorbene Beberbecker Pferde beziehen Stall in Tierpark Sababurg

Die einst als Sababurger Wilde bekannte und lange als Beberbecker Pferde gezüchtete Rasse ist offiziell in den Tierpark zurückgekehrt.
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Die einst als Sababurger Wilde bekannte und lange als Beberbecker Pferde gezüchtete Rasse ist offiziell in den Tierpark zurückgekehrt. Sie war fast ausgestorben. Derzeit sind zwei Fohlen und zwei Stuten zu sehen.

Der Tierpark Sababurg hat eine neue Attraktion: Einen eigenen Bereich mit Stall, befestigtem Auslauf und großer Weide für die wieder angesiedelten Beberbecker Pferde.

Sababurg - Diese Pferderasse war vor Jahrhunderten an der Sababurg beheimatet, wurde später in Beberbeck weitergezüchtet und ging in den Kriegswirren nahezu verloren. Die begehrte Rasse soll nun in der Sababurger Anlage weitergezüchtet werden.

Derzeit leben weltweit noch 40 bis 50 Pferde mit Beberbecker Vorfahren, meist in Russland oder Nachbarländern oder bei Besitzern, die sie auf keinen Fall verkaufen wollen. Die Erhaltung und Weiterzüchtung dieser fast ausgestorbenen und für die Region einst so bedeutsamen Rasse sei ein großer Erfolg für den ältesten, bis heute in seinem ursprünglichen Areal erhaltenen Tiergarten Deutschlands, sagte Noch-Landrat Uwe Schmidt am Montag, neun Tage vor seinem Dienstende, bei der offiziellen Einweihung der Anlage. Der Wildpark feiert dieses Jahr sein 450-jähriges Bestehen.

Geschichte und Tradition erlebbar

„Die Wiederbelebung der alten Pferderasse passt bestens ins Konzept des Tierparks, der mit Exmoorponys, Przewalskipferden und Heckpferden bereits drei Wildpferdarten hält“, sagte der Landrat weiter. Für die Besucher werde damit ein Stück Geschichte und die lange Tradition der Pferdezucht in unserem Landkreis erlebbar.

Dass die Nachzucht ein ehrgeiziges Vorhaben ist, räumt Tierparkleiter Uwe Pietsch ein. Erst nach aufwendiger Suche konnte der Tierpark europaweit mehrere Stuten erwerben, die sich lückenlos auf Beberbecker Abstammung zurückführen lassen. Nach dem Wiedereinzug von zwei Stuten zunächst in die historischen Pferdeställe im Vorwerk der Sababurg wurde (wie berichtet) 2019 das erste Fohlen „Novi in arce“ geboren, 2020 das Hengstfohlen „Uno“. Die Zucht musste auch Rückschläge verkraften: 2019 starb das zu schwache Fohlen der Schimmelstute Olietta kurz nach der Geburt. Olietta starb 2020 an einer Kolik. 2021 starb die Novi-Mutter Gilla bei der Geburt eines weiteren Fohlens. Unterdessen häufen sich in Sababurg Anfragen nach Beberbecker Pferden. (Thomas Thiele)

Leistungsstarke Pferde

Die Beberbecker wurden bis 1930 als leichte Kavallerie Remonte für den preußischen Staat gezüchtet. Es war eine Halbblutzucht mit bis zu 91 Prozent englischem Vollblut XX-Anteil im Herdendurchschnitt. In der ab 1900 aufkommenden Turnier- und Sportreiterei übernahmen sie eine führende Rolle (zwei Medaillen bei der Olympiade 1952). In der Weltrangliste 2019 der besten 30 Sportpferdevererber, darunter Chacco Blue als Nr. 1 , hat etwa ein Drittel Beberbecker Blut.

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