Ferienresort Beberbeck: Traum verschlang 3,6 Millionen Euro

Auf dem Papier perfekt: Für das Ferienresort Beberbeck gab es schöne Pläne, die hier der damalige Bürgermeister Heinrich Sattler zeigte, aber keine Investoren. 3,6 Millionen Euro verschlang die Planung insgesamt. Foto: Kilian

Hofgeismar. Der geplatzte Traum vom Ferienresort Beberbeck hat die Stadt Hofgeismar insgesamt 3,6 Millionen Euro gekostet.

Dies geht aus einer Kostenaufstellung hervor, die jetzt Bürgermeister Markus Mannsbarth vorlegte.

Spätestens seit die Besitzgesellschaft Beberbeck, die als Tochtergesellschaft der Stadt das Ferienresort vom Plan in die Wirklichkeit umsetzen sollte, Anfang 2011 Insolvenz anmeldete, wartet man in Hofgeismar auf diese Zahl. Nachfragen von Parlamentariern wurden immer mit Verweis auf das laufende Verfahren abgeschmettert.

Jetzt liegt die Kostenübersicht vor. Eine große Überraschung ergibt sich daraus nicht. Gut 3,4 Millionen gab die Besitzgesellschaft Beberbeck aus, 200.000 Euro hatte die Stadt schon vorher investiert und 50.000 Euro waren notwendig, um die Besitzgesellschaft mit dem gesetzlich vorgeschriebenen nötigen Eigenkapital auszustatten.

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Der Großteil der Summe floss in die Bauleitplanung sowie in Gutachten und Beratung. Auch das überrascht nicht. Neugierde herrschte im Vorfeld vor allem, was den Posten Reisekosten anbelangt. Hier schwirrten seinerzeit die wildesten Gerüchte durch die Stadt, wieviel der damalige Bürgermeister Heinrich Sattler für Reisen ausgab, um Investoren für das 400 Millionen Projekt an Land zu ziehen. Laut Aufstellung wurden 38.000 für Reisen und Fahrten ausgegeben. Den Großteil davon, so erklärte Mannsbarth auf Nachfrage unserer Zeitung, habe der damalige Bürgermeister verursacht.

Er hatte bis zuletzt daran geglaubt, dass sich das Ferienresort mit mehreren Hotels und Golfplätzen umsetzen lassen würde. Erst nachdem die Staatsregierung das Projekt für gescheitert erklärte, verabschiedete auch er sich von „Henners Traum“. So lautete der Titel eines Dokumentarfilms von Klaus Stern über das Beberbecker Ferienresort.

Abgeschlossen ist das Insolvenzverfahren übrigens noch nicht. Es gebe noch eine Forderung von rund 100.000 Euro an die beiden Geschäftsführer der Besitzgesellschaft, Wilfried Eckart und Karl-Heinz Gerland. Der Grund: Sie hätten die Insolvenz früher beantragen sollen. Mannsbarth nimmt die beiden in Schutz. Ob dieser Betrag, der dann von der Stadt aufgebracht werden müsste, gezahlt werde, stehe noch nicht fest.

Doch auch wenn diese 100.000 Euro noch fällig werden: Die 3,5 Millionen Euro, die die Stadt als Bürgschaft bereitstellte, werden auch dann nicht überschritten

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