Festival-Kunstwerk am Bahnhof Hofgeismar zerstört

Blinde Zerstörungswut: Noch bevor das Windkunstfestival offiziell eröffnet wurde, wurde die Installation „Perspektogamie“ von Sabine Reyer ein Opfer von Vandalismus. Fotos: G. Hoffmann

Hofgeismar. Bereits vor der offiziellen Eröffnung des internationalen Windkunstfestivals „bewegter Wind" wurde ein Kunstwerk an seinem Standort in Hofgeismar mutwillig zerstört.

Zu den Ausstellungsorten des Windkunstfestivals gehört auch der Theodor-Rocholl-Park in Hofgeismar, der zwischen Innenstadt und Bahnhof liegt. Dort zerschlug am Sonntagmorgen gegen 6 Uhr ein Mann die Spiegel der Installation „Perspektogamie“ von Sabine Reyer. Zufällig war Johannes Gérard ebenfalls im Park anwesend. Auch er ist einer der dort ausstellenden Künstler.

Vor der Zerstörung: Die Installation „Perspektogamie“ wurde von einigen Besuchern liebevoll als „Spiegeleier“ betitelt.

Gérard sprach den Mann an, um ihn an weiteren Beschädigungen zu hindern, doch dieser ging dann auch auf ihn los. Als der Künstler daraufhin die Polizei rief, ergriff der Mann die Flucht, konnte jedoch bald ermittelt werden. Gegen den unter Tatverdacht stehenden 30-Jährigen wurde Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. „Ich hatte den Eindruck, dass der Mann sich langsam durch den Park arbeiten wollte, um alle Kunstwerke zu zerstören“, berichtete Johannes Gérard, „noch war er ganz am Anfang des Parks, doch am Ende wäre er sicherlich auch bei meinem Objekt angekommen.“

Zwar gelang es dem in Berlin lebenden Künstler nicht, den Vandalen völlig zu stoppen, doch durch sein Eingreifen konnte vielleicht Schlimmeres verhindert werden.

Er stoppte den Täter: Johannes Gérard stellt ebenfalls im Rocholl-Park aus.

Über Kunst kann man geteilter Meinung sein, doch muss man deshalb gleich zerstören, was man nicht versteht? Diese Frage stellte sich auch weiteren Passanten, die die zerstörte Installation bemerkten. Reta Reinl, Kuratorin der Ausstellung, zeigte sich bestürzt über diese Zerstörungswut. „Ich wünsche mir, dass alle Bürger ein wachsames Auge auf die Kunstwerke haben, damit so etwas nicht noch einmal vorkommt“. Darüber hinaus hätte die Polizei ihr zugesagt, im Bereich des Bahnhofs verstärkt Streife zu fahren.

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