Mühlentor statt Mühlenstraße: Feuerwehr bei falscher Adresse 

Feuer in Hofgeismarer Haus: Kerze war Brandursache

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Kaum was zu sehen von außen: Viele Passanten blieben Montagmorgen in der Mühlenstraße stehen, um zu schauen, wie die Wohnung im dritten Stock nach dem Brand aussieht. Auch Axel Joswig wagte einen Blick nach oben. Während die Wohnung innen total verwüstet ist, hat die Fassade von außen nur leichten Schaden genommen. Auf den Eigentümer wird einiges zukommen.

Hofgeismar. Nach dem Feuer am Sonntagabend im dritten Stock eines Mietshauses in Hofgeismar: Schuld war eine Kerze. Wertvolle Minuten gingen verloren, weil die Feuerwehr zuerst die falsche Adresse hatte.

Fünf Minuten war die ältere Dame nicht in ihrer Wohnung, ein Zeitraum in der eine Kerze an ihrem Weihnachtsbaum für einen Wohnungsbrand sorgte. Bis auf die Mieterin wurde niemand verletzt.

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-78-Jährige erleidet Rauchgasvergiftung bei Wohnungsbrand

„Sie brachte mich hinunter zum Ausgang und als sie zurückkam, schlugen ihr meterhohe Flammen entgegen“, sagt ihr Lebensgefährte, ein Rollstuhlfahrer, der sich gegen 19.30 Uhr auf den Heimweg machte. Ausgangspunkt war offensichtlich der Weihnachtsbaum, den die 78-Jährige in ihrem Heim stehen hatte. Dieser habe eine Lichterkette gehabt und wenn sie im Wohnzimmer gesessen hätten, habe seine Freundin zusätzlich fünf echte Kerzen entzündet, sagt der Lebensgefährte. So war es auch am Unfalltag. „Bevor wir aber das Zimmer verließen, hatte ich mich vergewissert, dass alle Kerzen aus sind“, wundert sich der Hofgeismarer. Wahrscheinlich haben die beiden eine übersehen, die dann im trockenen Baum leicht Feuer fing.

Geistesgegenwärtig versuchte die vitale Seniorin, den Brand mit Wasser zu löschen, doch das „hat alles noch viel schlimmer gemacht“, hieß es. Nach Ausbruch der Flammen sei der Baum auf das Sofa gekippt: Das Unglück nahm seinen Lauf.

Nachdem die Rentnerin die Polizei informiert hatte, verließ sie die Wohnung. Rußverschmiert, aber ansprechbar, sei sie ihnen im Treppenhaus entgegengekommen, erklärte einer der Polizisten, der mit Kollegen kurz darauf einen älteren Herrn aus einer Wohnung im ersten Stock des Hauses trug.

Feuerwehr zunächst bei falscher Adresse 

Bis 22.30 Uhr waren die Feuerwehren Hofgeismar, Hümme und Kelze mit 50 Kräften im Einsatz. Da sie zuerst im Mühlentor waren, ein Fehler bei der Weiterleitung der Adresse, gingen wertvolle Minuten verloren. Dennoch konnte das Dach des Hauses in der Mühlenstraße gerettet werden. Das Feuer griff auf dieses nicht über.

Während die Nachbarwohnung Rauchschäden erlitt und der helle Teppich beim Einsatz Schaden nahm, hat die Wohnung ein Stockwerk tiefer einen Wasserschaden. Wahrscheinlich muss das junge Paar, das dort lebt, für die Wiederherstellung sein Heim längere Zeit räumen.

Die Rentnerin, die am Sonntagabend vorsorglich ins Krankenhaus kam, wird vermutlich heute aus der Klinik entlassen. Entgegen ersten Meldungen hatte sie keine Rauchvergiftung erlitten, lediglich eine Reizung der Atemorgane. In einem Hotelzimmer oder einer Ferienwohnung soll sie vorerst unterkommen. Nachbarn kritisierten, die Wohnungen hätten keine Brandmelder gehabt. Außerdem hieß es von ihrer Seite, dass die Seniorin auch im Treppenhaus jeden Abend eine Kerze angemacht und daneben einen Zweig gestellt hätte. Die 78-Jährige ist in ihrem Umfeld als Mensch bekannt, der großen Wert auf Dekoration und Gemütlichkeit lege, und daher gerne Kerzen aufstelle.

Angaben zur genauen Schadenshöhe – in der Stadt macht die Summe von 80.000 Euro die Runde – konnte die Polizei bisher nicht machen.

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