Fehlalarm ist kein Einzelfall

Feuerwehr Hofgeismar rückt wiederholt wegen Brandmeldern aus

Den Überblick behalten: Dank solcher Bedienfelder und Infokarten, hier im Evangelischen Krankenhaus Gesundbrunnen, sieht die Feuerwehr, wo genau ein Brandmelder ausgelöst hat.
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Den Überblick behalten: Dank solcher Bedienfelder und Infokarten, hier im Evangelischen Krankenhaus Gesundbrunnen, sieht die Feuerwehr, wo genau ein Brandmelder ausgelöst hat.

20 Mal sind die Feuerwehren in Hofgeismar und Stadtteilen in diesem Jahr bereits ausgerückt, weil Brandmeldanlagen einen Fehlalarm ausgelöst haben.

Hofgeismar - Allein im September gab es vier solcher Fälle, im August zwei, berichtet Stadtbrandinspektor Guido Scherp.„Das klingt erst einmal viel. Allerdings muss man das in Relation sehen, denn es gibt 25 Brandmeldeanlagen in Hofgeismar“, erklärt er. Zu denen gehören jeweils mehrer Rauchmelder. Generell stelle sich bei rund 50 Prozent der von diesen Anlagen gemeldeten Einsätze vor Ort heraus, dass tatsächlich Handlungsbedarf bestehe.

In welchen Gebäuden die meisten Fehlalarme entstehen, kann der Stadtbrandinspektor nicht pauschal beantworten. „Das ist abhängig von der Objektgröße. Allein in Krankenhäusern sind etwa 100 Rauchmelder angebracht“, sagt Scherb. Jede Fehlauslösung sei aber eine zu viel. Doch durch Umwelteinflüsse lasse sich dies nur schwer verhindern. „Feinstaub und kleine Insekten wie Gewittertierchen können Auslöser sein“, sagt Scherp. Natürlich seien auch technische Fehler am Gerät eine Ursache für Fehlalarme.

Fehlalarme in ganz Deutschland gestiegen

Eines zeigt der Blick in die Statistik des Deutschen Feuerwehrverbandes: Mit der steigenden Zahl von Rauchmeldern ist die Zahl der Fehlalarme in ganz Deutschland gestiegen – auch wenn die Melder nicht immer der Grund sind. Waren es 2010 noch knapp 167.000, lag die Zahl 2017 bei 234.000.

Ob Fehlalarm oder tatsächliche Gefahr, der Ablauf ist erst einmal der gleiche: Die Brandmeldeanlage ist an die Leitfunkstelle in Kassel angeschlossen. „Von dort bekommen wir über Funk die Informationen über den Einsatz“, sagt Scherp. Auf der Feuerwache gibt es Ordner mit Infos zu jeder Anlage und dazu, wo sich der aktive Rauchmelder in einem Gebäude befindet.

Rund 20 Feuerwehrmänner rücken bei jedem Alarm zum Meldeort aus – verteilt auf einen Einsatzleitwagen, ein Hilfleistungslöschgruppenfahrzeug, eine Drehleiter und ein Tanklöschfahrzeug. Vor Ort wird mit einem Schlüssel dann der Zugang zu einem Feuerwehr-Bedienfeld geöffnet, an dem die Betriebszustände der Brandmeldeanlage zu sehen sind. „Die Funktionstasten können nur von den Einsatzkräften bedient werden“, sagt Scherp. Denn das Schloss gehört zur Feuerwehr. Hier finden die Helfer auch spezielle Karten – die zeigen ihnen, wie sie direkt zu dem Melder gelangen, der Alarm geschlagen hat. (Nela Müller)

Stadt legt Kosten für Einsatz fest

Die Kosten für den Einsatz tragen in der Regel erst einmal die Betreiber, erklärt Guido Scherp. Der Betrag richte sich danach, wonach der Fehlalarm ausgelöst wurde. „Bei einem technischen Defekt berechnen wir eine Pauschale von 200 Euro“, sagt der Stadtbrandinspektor. Liegt die Ursache beispielsweise bei einem Handwerker, der durch den Alarm durch Staub ausgelöst hat, wird der Aufwand berechnet. Die Kosten legt die Stadt Hofgeismar fest.

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