Nach der Hochwasserkatastrophe

Feuerwehr: Im Kreisteil Hofgeismar neue Krisenstäbe notwendig

Das Katastrophengebiet an der Ahr im Juli. Hier türmen sich Wohnwagen, Tanks, Bäume und Schrott an einer Brücke über die Ahr in Altenahr-Kreuzberg.
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Das Katastrophengebiet an der Ahr im Juli. Hier türmen sich Wohnwagen, Tanks, Bäume und Schrott an einer Brücke über die Ahr in Altenahr-Kreuzberg.

Nach der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sollten sich Feuerwehren und Kommunen auf neue Einsatzszenarien einstellen.

Kreisteil Hofgeismar – Das sagt Wolfgang Finis, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Hofgeismar. Die Erfahrungen im Ahrtal hätten gezeigt, dass Städte in der Lage sein müssten, kurzfristig eigene Krisenstäbe einzurichten, wenn Verbindungen abbrechen. In solchen Situationen müssten auch die Feuerwehren arbeiten können. Auf Wassermassen wie im Ahrtal könnten sich Wehren allerdings nicht vorbereiten, ergänzte er.

Auch die trockenen Sommer stellten die Wehren vor neue Herausforderungen, sagt Finis, der in der Verbandsversammlung am Freitag in Calden nicht mehr zur Wahl steht. Der scheidende Verbandschef spricht sich vor allem für eine sichere Führungsorganisation aus. Das habe gerade die Lage im Ahrtal gezeigt. Wenn Kommunen in der Kommunikation von der Außenwelt abgeschnitten seien, müssten sie eigenständig Einsatzlagen organisieren können, fordert Finis.

Auch Sirenen werden gebraucht

Zur Grundsicherung gehören für ihn Sirenen, die bei Stromausfall mit Akkus betrieben werden. Auch müsse dafür gesorgt werden, dass die Menschen die Bedeutung der Warnsignale kennen, unterstrich der Vorsitzende. Das sei aber „in Vergessenheit geraten“.

Wolfgang Finis, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Hofgeismar.

Mit dem Kauf der Fließpfad-Karten machten einige Gemeinden im Kreisteil erste wichtige Schritte, um Hochwasserlagen besser bewältigen zu können. Das sollte aber weiter gedacht werden, ergänzte Finis. Er weist auf Baugrundstücke an Gewässern hin: „Jeder Meter wird genutzt, aber das Hochwasser hat keine Chance, sich auszubreiten“. Mit der Pflege von Bachläufen und Rückhalteflächen könne „eine Menge gemacht werden“, um Gefahren zu verringern.

Hofgeismar will Einsatzleitung ändern

Hofgeismars Bürgermeister Torben Busse kündigte an, dass die Stadt die Einsatzleitung für Katastrophenfälle anders aufstellen werde. Die Stadt habe schon nach dem Hochwasser 1993 reagiert. Nach den Erfahrungen mit der Hochwasser-Katastrophe werde die Feuerwehr enger eingebunden. (Bernd Schünemann)

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