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Flotter Kopf statt Taschenrechner: Dirk Ewers nahm an der Weltmeisterschaft im Kopfrechnen teil

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Von: Tanja Temme

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Rechnen ist sein Ding: Dirk Ewers aus Hofgeismar hat schon während seiner Schulzeit gerne gerechnet. Nun nahm er wieder an der Weltmeisterschaft im Kopfrechnen teil. Laut ihm ist Schokoladeessen beim Rechnen ein gutes Hilfsmittel, bringt diese doch schnelle Energie.
Rechnen ist sein Ding: Dirk Ewers aus Hofgeismar hat schon während seiner Schulzeit gerne gerechnet. Nun nahm er wieder an der Weltmeisterschaft im Kopfrechnen teil. Laut ihm ist Schokoladeessen beim Rechnen ein gutes Hilfsmittel, bringt diese doch schnelle Energie. © Tanja Temme

Wofür andere einen Taschenrechner benötigen, nutzt Dirk Ewers seinen Kopf. In kürzester Zeit zieht er eine Quadratwurzel aus einer sechsstelligen Ziffer.

Hofgeismar – Weil dem Hofgeismarer mathematischer Denksport liegt, nahm er nun zum wiederholten Mal an der Weltmeisterschaft im Kopfrechnen teil. Gegen 35 der besten Kopfrechner aus der gesamten Welt trat der 53-Jährige vergangenes Wochenende in Paderborn an. Bis auf Platz 20 schaffte er es mit seiner Denkleistung, die umso bemerkenswerter ist, da es bei für ihn lediglich ein Hobby darstellt.

„Dort waren Teilnehmer dabei, wie beispielsweise der zwölfjährige Weltmeister aus Indien, die sich täglich mit dem Kopfrechnen befassen, entsprechende Schulen besuchen.“ Bei Ewers musste eine Woche Vorbereitungszeit für den Wettbewerb reichen, für die sich der selbstständige Elektromeister Urlaub nahm.

Auf den Wettstreit war er vor zehn Jahren durch einen Zeitungsartikel aufmerksam geworden: „In der HNA wurde über die Weltmeisterschaft berichtet – so bin ich neugierig geworden.“ Dass ihm das Fach Mathematik schon während seiner Schulzeit lag, wundert wenig. Er hätte sich damals schon für unterschiedliche Lösungswege interessiert und gut mit Zahlen umgehen können, berichtet er.

Dirk Ewers nahm an Weltmeisterschaft im Kopfrechnen teil: Bei der Arbeit kommt auch mal der Taschenrechner zum Einsatz

Natürlich hat die Aufgabenstellung bei dem Wettbewerb nichts mit schulischen Matheunterricht gemein. In vier festen Kategorien und sechs Überraschungsaufgaben müssen sich die Rechenwunder beweisen. Dabei geht es etwa darum, zehn zehnstellige Zahlen in kürzester Zeit im Kopf zu addieren oder eine Quadratwurzel aus einer sechsstelligen mit fünf Stellen hinter dem Komma zu berechnen. Auch das Kalenderrechnen gehört dazu. Fragt man Ewers, was der 17.Juni 1648 für ein Tag gewesen ist, so dauert es lediglich ein paar Sekunden bis er „das war ein Mittwoch“ antwortet.

Ganze 500 Jahre zurück kann das Rechengenie sagen, was für ein Wochentag es war. Der Zeitraum ist begrenzt, da es Ende des 16. Jahrhunderts eine Änderung im Kalender gab. Im Alltag selbst kann Ewers ganz gut „Urlaub von den Zahlen machen“, wie er sagt. Hin und wieder käme es allerdings vor, dass er aus einem Autokennzeichen die Quadratwurzel ziehe – ein Spaß, um fit im Kopf zu bleiben. Im Berufsleben kommt natürlich auch bei ihm der Taschenrechner zum Einsatz, denn „Kopfrechnen dauert natürlich länger und ist auch anstrengend“.

Seit 2004 gibt es die Weltmeisterschaft

Am vergangenen Wochenende fand die 9. Weltmeisterschaft im Kopfrechnen statt. 35 Teilnehmer aus 18 Länder nahmen an dem Wettbewerb in Paderborn teil. Zwei Tage lang wurde gerechnet. Die Weltmeisterschaft im Kopfrechnen findet alle zwei Jahre statt. (zta)

Mit vier weiteren Deutschen hatte sich Ewers das dritte Mal nun für die WM qualifiziert, trat er doch schon 2016 und 2018 dort an. Als er das erste Mal dabei war, erzielte er sein bestes Ergebnis, holte er damals doch den neunten Platz.

Da die Weltbesten auf spezielle Trainingsschulen gehen, wie etwa in Japan, meint der Hofgeismarer, dass die Lücke zu den vorderen Rängen zunehmend größer werde. Doch das ist kein Grund für ihn, es nicht vielleicht nochmal zu wagen. Denn „dabei zu sein ist schon klasse und es macht auch Freude, sich mit anderen Kopfrechnern über Herangehensweisen auszutauschen.“ Nicht zuletzt möchte Ewers mit seiner Leistung auch anderen Mut machen, sich dem Rechnen zu nähern. (Tanja Temme)

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