Neues Zuhause für 47 Flüchtlinge

Flüchtlinge bald im „Glück“: Hotel wird zur Gemeinschaftsunterkunft

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Der neue Besitzer: Ramazan Öztürk hat das Gasthaus und Hotel „Hans im Glück“ erworben. Seit dem Frühjahr sanierte der Kasseler das Objekt, bald sollen die ersten Flüchtlinge einziehen.

Hofgeismar. Vor zwei Jahren brannte es im Hofgeismarer Hotel "Hans im Glück". Für eine Sanierung fehlte das Geld. Der neue Besitzer stellt das Gebäude für 47 Flüchtlinge zur Verfügung.

Vor zwei Jahren verließ Fortuna das „Hans im Glück". Nachdem ein Brand vor allem im Erdgeschoss des Hofgeismarer Gasthauses und Hotels gewütet hatte, suchten die Inhaber lange nach einer Lösung. Die fand sich im Frühjahr dieses Jahres: Ramazan Öztürk kaufte das Traditionshaus Müller, sanierte es und hat es dem Landkreis Kassel nun als Unterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt.

„Ich vermute, dass kommenden Monat die Ersten einziehen werden“, sagt Öztürk aus Kassel. Dieser wurde auf das Objekt im Internet aufmerksam. „Ursprünglich hat mich das Grundstück interessiert, eigentlich hatte ich vor dort zwei Mehrfamilienhäuser drauf zu bauen“, so der 38-Jährige, der mehrere Immobilien sein Eigen nennt. Vielleicht würde er in einigen Jahren tatsächlich dort noch bauen, schließlich sei das Grundstück 2000 Quadratmeter groß. Sein Geld verdient Öztürk ansonsten mit dem Verkauf von Einbauküchen.

Schlicht, aber behaglich: Die zwölf Hotelzimmer blieben vom Brand verschont.

Eigentlich hätten die ersten Flüchtlinge längst einziehen sollen, doch die aufwendige Sanierung und die zahlreichen Auflagen hätten Zeit gekostet. Da die Hotelzimmer keinen Schaden vom Brand genommen hatten, sind diese in dem Zustand geblieben, wie sie der ehemalige Besitzer, Hans-Adolf Müller, hinterlassen hat: einfach und nicht nach der neusten Mode, aber durchaus behaglich. Die Badezimmer sind allesamt noch aus den 70er-Jahren, kommen in bunten Rost- und Grüntönen daher. “Im ersten und zweiten Stock sind zwölf Zimmer“, erklärt Öztürk, außerdem gebe es noch die ehemaligen Wohnungen von Familie Müller Junior und Senior, die als Unterbringung dienen sollen.

Die große Gasthausküche im Erdgeschoss werden die künftigen Bewohner gemeinsam nutzen. Dafür stehen sechs Herde und ebenso viele Spülen bereit. Der ehemalige Gastbereich, welcher überwiegend zerstört war, wird Aufenthaltsraum. Weitere Zimmer sind im Saal des Hauses geplant, der dafür unterteilt werden soll. Optimal sei zudem, dass das Grundstück über einen Garten mit Hütte verfüge, der ebenfalls genutzt werden könne, so der jetzige Eigentümer.

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Laut Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises, sollen 47 Asylbewerber im ehemaligen Hotel untergebracht werden. „Bei Bedarf vielleicht sogar einige mehr - genügend Platz ist da“, meint Öztürk. Wie in allen Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises wird ein Mix verschiedener Nationalitäten dort leben. „Allerdings derzeit die meisten aus Syrien, Afghanistan und dem Irak“, weiß Kühlborn. Fünf Jahre läuft der Mietvertrag zwischen dem Landkreis Kassel und Öztürk zunächst. Über Zahlen mag man nicht sprechen - die Miete orientiere sich an den für Hofgeismar üblichen Sätzen für Gebäudenutzung, hieß es.

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