Integrationsprojekt "15 plus 5"

Flüchtlinge starten mit Sprachkurs ins Berufsleben 

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Hofgeismar. Ein Beruf, bei dem man richtig mit anpacken muss – das haben sich Hossein Jafari und Shabir Ahmad Saidi aus Afghanistan gewünscht.

Mit dem Qualifizierungsprojekt für Flüchtlinge „15 plus 5“ sind die Zwei ihrem Traum nun zum Greifen nahe gekommen.

Saidi beginnt im August seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker im Werkstattbetrieb von Valentin Rose in Hofgeismar. „Ich habe schon in meiner Heimat mit Autos gearbeitet“, sagt der 24-Jährige. Reifen wechseln, Motoren reparieren, Zündkerzen austauschen – Saidi liebt den abwechslungsreichen Alltag in seinem Job.

Dass er am Ende des Tages verschwitzt ist und schwarze Hände hat, stört ihn kein bisschen. Auch der Kontakt zu den Kollegen ist ihm sehr wichtig. Dieser funktioniert nicht zuletzt deshalb so gut, weil sich Saidi mittlerweile sehr gut auf Deutsch verständigen kann.

Die Sprache sei nach wie vor der Schlüssel zu einem erfolgreichen Berufsweg, sagt Selin Gündönüm, Projektleiterin von der Arbeitsförderungsgesellschaft im Kreis Kassel (Agil). „In unserem Integrationskonzept hat das Sprachtraining den größten Stellenwert.“ Fünf Monate lang hat sich die erste Gruppe, bestehend aus knapp 20 Flüchtlingen, mit den Grundzügen der deutschen Sprache beschäftigt. In den folgenden zehn Monaten haben die Flüchtlinge immer häufiger Einblicke in unterschiedliche Berufswelten bekommen. „Einmal in der Woche wird der Sprachkurs dann durch einen Schnuppertag in einem Betrieb ergänzt – später kommen mehrwöchige Praktika dazu“, sagt Gündönüm.

Die restlichen fünf Monate überschneiden sich im besten Fall bereits mit dem Ausbildungsbeginn in einem Betrieb. „So sollen die Flüchtlinge eine Möglichkeit haben, weiterhin Sprachkurse zu besuchen und einen Ansprechpartner zu haben, wenn es mal klemmt“, so Gündönüm.

Das gefällt auch Hossein Jafari. Der 28-Jährige macht ab August eine Ausbildung als Fliesenleger bei der Firma Scholl in Hofgeismar. „Mittlerweile träume ich schon auf Deutsch“, erzählt er. Gerade der Kontakt zu den Kunden fördere sein Sprachgefühl ungemein. Und dies sei unverzichtbar in seinem Job.

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