Flüchtlingsbetreuung bewährt sich in Hofgeismar

Heim für Flüchtlinge: In dem Gebäude in der Manteuffel-Anlage wohnen derzeit 40 Asylbewerber aus sechs Ländern. Probleme gibt es keine. Im Gegenteil: Die gute Betreuung führt dazu, dass sich alle wohl fühlen. Foto: Gehlen

Das Konzept des Landkreises zur Unterbringung und Betreuung von Asylbwerbern hat Modellcharakter für das Land Hessen, sagt Kreispressesprecher Harald Kühlborn.

Hofgeismar. Seit Ende Januar ist auch in Hofgeismar die erste Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylberwerber belegt. In dem Gebäude des ehemaligen Katasteramtes in der Manteuffel-Anlage sind aktuell 40 Menschen untergebracht. Der Betrieb laufe störungsfrei und ohne Probleme, heißt es seitens des für Flüchtlinge zuständigen Landkreises Kassel.

Die Asylsuchenden in Hofgeismar kommen aus Eritrea, Syrien, dem Irak, aus Albanien, Afghanistan und dem Kosovo. Derzeit sind es vier Familien, mehrere Alleinerziehende sowie Einzelpersonen, die hier wohnen und hoffen, dass sie den begehrten Aufenthaltsstatus für die Bundesrepublik Deutschland erhalten.

Zuerst in Gießen 

Nach ihrer Einreise wurden die Flüchtlinge zunächst im zentralen Aufnahmelager des Landes Hessen in Gießen betreut. Von dort aus wurden ein Teil von ihnen dem Landkreis Kassel zugeteilt.

Das Konzept des Kreises sieht vor, dass die Asylsuchenden in den ersten drei Monaten „zum Einstieg“ möglichst in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden. „Damit sie erst mal in dem fremden Land ankommen und sich akklimatisieren“, sagt Harald Kühlborn, Pressesprecher des Kreises. Ist dieser Eingewöhnungsprozess gut verlaufen, versuche der Kreis im nächsten Schritt private Wohnungen anzumieten.

Die im Landkreis Kassel geübte Praxis habe inzwischen Vorbildcharakter in ganz Hessen, sagt Kühlborn. Es werde auch vom Land anerkannt, dass hier Aufnahme und Betreuung der Flüchtlinge vorbildlich liefen. Weil der Kreis sich um die Gemeinschaftsunterkünfte und auch um die Wohnungen kümmere und diese anmiete, seien die einzelnen Kommunen von diesen Aufgaben befreit.

Für seine großen Gemeinschaftsunterkünfte unter anderem in Wolfhagen, Fuldatal und Oberweser hat der Landkreis insgesamt 17 Betreuungspersonen über die kreiseigene Arbeitsförderungsgesellschaft AGIL eingestellt. Eine von ihnen ist Catja Houij, die die Flüchtlinge in Hofgeismar betreut. Vor ihrem Einsatz hier war sie bereits in den Gemeinschaftsunterkünften in Wolfhagen und Niederelsungen tätig.

70 Unterstützer 

Houij kümmert sich um die Alltagsprobleme der ihr Anvertrauten ebenso wie um Arztbesuche und Behördengänge. Und auch die Arbeit der inzwischen 70 ehrenamtlichen Unterstützer und Helfer koordiniert sie. So gibt es in Hofgeismar bereits Gruppen, die sich speziell um die Flüchtlingskinder kümmern, Sprachkurse anbieten, sich auf dem Wohnungsmarkt umschauen, Sportangebote machen oder auch Spenden sammeln. „Hier kommen alle gut miteinander aus“, sagt Catja Houij. Und weil es so gut läuft, hat sie keine Bedenken, dass die Unterkunft schon bald mit 50 Personen voll belegt sein wird. Denn der Flüchtlingsstrom hält unvermindert an. Und auch der Landkreis Kassel will weiter seinen Beitrag zur Integration und Betreuung leisten.

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