Flüchtlingsheim Beberbeck geschlossen - Zukunft der Mitarbeiter unklar

Hier waren bis zu 250 Flüchtlinge untergebracht: In Gebäuden im kleinsten Hofgeismarer Stadtteil Beberbeck. Archivfoto: Temme

Beberbeck. 45 ehrenamtliche und 19 hauptamtliche Mitarbeiter haben in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Beberbeck gearbeitet.

Weil die Unterkunft geschlossen wurde und die verbliebenen vier Bewohner nach Fuldatal-Rothwesten umgezogen sind (wir berichteten), werden die Helfer nun nicht mehr gebraucht.

Ob die hauptamtlichen Mitarbeiter versetzt oder gar überhaupt nicht weiter beschäftigt werden können, ist unklar. „Wir befinden uns zurzeit in Gesprächen mit den Mitarbeitern“, sagt Michael Görner, Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Kassel-Nordhessen. Der ASB war Betreiber der Unterkunft und hatte laut Görner extra für Beberbeck neue Mitarbeiter eingestellt, aber auch auf bereits vorhandenes Personal zurückgegriffen.

Was die Ehrenamtler angeht, so schätzen Regierungspräsidium (RP) und Kreis Kassel die Kompetenzen der Freiwilligen bei der Flüchtlingshilfe sehr und wollen sie nicht verlieren. „Es ist bedauerlich, dass so viel Engagement in Beberbeck nun nicht mehr möglich ist“, sagt Michael Conrad, Sprecher des RP. „Viele Helfer sind hochqualifiziert. Daher wäre es wünschenswert, wenn sie sich zum Beispiel in Zweitaufnahmeeinrichtungen des Kreises engagieren würden.“

Landkreissprecher Harald Kühlborn erklärt, dass man stets auf vorhandene Kontakte zurückgreife, die Arbeit in Zweitaufnahmeeinrichtungen aber anders sei als in der Erstaufnahme. „Der integrative Ansatz ist sehr viel stärker, weil die Menschen voraussichtlich länger hierbleiben.“

Da zurzeit mehrere Erstaufnahmeunterkünfte schließen, sind beim Landkreis schon einige Bewerbungen von Hauptamtlichen, die in der Flüchtlingshilfe gearbeitet haben, eingegangen. Doch die Chancen stehen nicht gut. „Da die Zahl der Flüchtlinge zurückgegangen ist, ist der Bedarf zurzeit nicht so groß. Unsere Stellen sind alle besetzt“, so Kühlborn.

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