Flüchtlingskinder aus Calden lernen Deutsch

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Mit viel Geduld dabei: Jedes Kind bekommt individuelle Unterstützung. Das Bild zeigt Reza Zia, der als gebürtiger Iraner im Unterricht dolmetscht. Er erklärt einem Mädchen aus Afghanistan, wie deutsche Vokale klingen.

Hofgeismar. Dass Unterricht für manche Kinder etwas so Besonderes ist, dass sogar Tränen bei einer Absage fließen, erleben derzeit Ehrenamtliche an der Käthe-Kollwitz-Schule in Hofgeismar.

Dort wird seit kurzem ein Projekt des Rotary Clubs Kassel-Hofgeismar umgesetzt, bei dem Flüchtlingskinder aus der Caldener Zeltstadt zweimal in der Woche Deutsch-Unterricht bekommen.

Zusammen mit dem Förderverein der Käthe-Kollwitz-Schule haben die Rotarier das Angebot ins Leben gerufen. 35 Kinder aus Syrien, Afghanistan und dem Iran werden von zehn Ehrenamtlichen betreut. Lehrerin Barbara Euler und Sozialpädagoge Reza Zia leiten den Unterricht - alle weiteren unterstützen die Kinder individuell.

Erste Schritte in die deutsche Sprache: Dieter Salditt (links) vom Rotary Club Kassel-Hofgeismar war am Donnerstag ebenfalls beim Deutsch-Unterricht dabei. Student Robin Siebert (rechts) hilft an der Käthe-Kollwitz-Schule.

„Da wir immer wieder neue Kinder dabei haben, müssen wir sehr flexibel sein“, sagte Zia, der als gebürtiger Iraner im Unterricht dolmetscht. Grundsätzlich seien die Kinder sehr wissbegierig und würden schnell lernen. Bisher fand der Unterricht in zwei Gruppen statt. Die bestehen aus Kindern, die etwas Englisch können und insgesamt weiter sind und Kindern, die noch keine Kenntnisse haben. „Wir arbeiten viel mit Gegenständen und Bildern, um die Kinder zu erreichen. So vermitteln wir ihnen Worte und Sätze, aber auch unser Alphabet“, erklärt Euler.

Tatsächlich hatte eine große Zahl von Kindern Interesse, am Deutsch-Unterricht teilzunehmen. „Wahrscheinlich haben viele seit langem kein Klassenzimmer von innen gesehen und natürlich bedeutet der Unterricht auch Abwechslung. Einfach mal raus aus dem Lager kommen und etwas Neues sehen“, sagte Rotarier Dieter Salditt.

Da nur eine bestimmte Anzahl von Kindern unterrichtet werden kann, wurde das Alter begrenzt. Kinder zwischen sieben und elf Jahren können teilnehmen. Eine iranische Studentin stellte im Camp eine Liste mit Kindern zusammen, die für das Projekt in Frage kommen.

„Wer bisher nicht die Chance hatte, am Unterricht teilzunehmen, dem gebe ich eine Woche später die Möglichkeit dazu. Denn wir haben einen extrem starken Wechsel in der Gruppe“, erklärte Zia.

Transportiert werden die Kinder mit fünf Bussen des Fördervereins der Schule. Von neun bis zwölf Uhr dauert der Unterricht.

Die Flüchtlingskinder haben jede Menge Freude an dem Angebot: „Am liebsten würde ich morgen wiederkommen. Eigentlich müsste es das jeden Tag geben“, sagte die elfjährige Sona aus Afghanistan.

• Für das Projekt werden noch Helfer gesucht. Interessenten können sich im Sekretariat der Schule (Tel. 05671 99250) melden. Eine zeitliche Begrenzung des Unterrichts gibt es nicht. Solange genug Unterstützer da seien, wollten sie es fortführen, erläuterte Schulleiter Wolfgang Werner.

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